Ägypten Ex-Geiseln landen nahe Kairo


Die im Süden Ägyptens entführten Touristen sind wieder frei. Entsprechende Informationen aus diplomatischen Kreisen bestätigten sich am Montagnachmittag. Das ägyptische Fernsehen zeigte Bilder ihrer Ankunft in der Nähe von Kairo. Zu der Gruppe gehören auch fünf Deutsche.

Das ägyptische Fernsehen zeigte am Montag die Ankunft der entführten Urlauber auf einem Militärstützpunkt östlich von Kairo. Es handelt sich um fünf Deutsche, fünf Italiener und eine Rumänin. Zuvor hatten bereits das italienische Außenministerium und die rumänische Regierung von der Freilassung der Gruppe berichtet.

Es gehe allen befreiten Geiseln gut, hatte Italiens Außenminister Franco Frattini am Mittag gesagt. An der Aktion hätten auch "Männer des italienischen Geheimdienstes und der italienischen Streitkräfte teilgenommen". Er dankte besonders Deutschland, aber auch Ägypten, dem Sudan und Libyen für die Zusammenarbeit. Das deutsche Außenministerium kündigte hingegen lediglich an, die Berichte aus Ägypten sorgfältig zu prüfen.

Angeblich kein Lösegeld bezahlt

Vor einer Woche hatte es noch Verwirrung um eine angebliche Freilassung der verschleppten Urlauber gegeben. Das ägyptische Außenministerium hatte zunächst die Freilassung der Touristen bekanntgegeben, wenig später widerrief ein Sprecher des Ministeriums die Nachricht.

Aus Sicherheitskreisen in Kairo hieß es am Montag, die Kidnapper hätten kein Lösegeld erhalten. Keiner der Urlauber sei verletzt worden. Die 19 Teilnehmer der Wüstentour seien freigelassen worden und nicht gewaltsam befreit worden. Die Urlauber sollten noch am Montag mit einer ägyptischen Militärmaschine aus der südlichen Wüstenregion zu einem Flughafen der Streitkräfte in der Nähe von Kairo gebracht werden.

Der Nachrichtensender Al-Arabija berichtete unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Kairo, die Hälfte der Kidnapper sei getötet worden. Sudanesische Soldaten hatten am Sonntag nach Militärangaben sechs der Entführer in der Wüste erschossen und zwei weitere festgenommen. Die Geiseln sollen sich jedoch zu diesem Zeitpunkt an einem anderen Ort aufgehalten haben.

Die europäischen Touristen und ihre acht ägyptischen Begleiter waren am 19. September auf einer Expedition zum Gilf al-Kebir entführt worden. Die sudanesischen Kidnapper sollen sie nach Angaben aus Khartum erst in den Sudan, dann nach Libyen und in den Tschad verfrachtet haben. Angeblich forderten sie sechs Millionen Euro Lösegeld. Die Federführung bei den Verhandlungen mit den Entführern hatte die Bundesregierung übernommen.

Das sudanesische Außenministerium in Khartum erklärte, die Entführer seien Sudanesen und hätten Verbindungen zu Rebellengruppen in der Konfliktregion Darfur. Die Behörden hatten von der Entführung erfahren, nachdem der zusammen mit den Touristen verschleppte Inhaber des ägyptischen Reiseveranstalters Aegyptus seine deutsche Ehefrau per Satellitentelefon angerufen hatte.

DPA DPA

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