HOME

Germanwings-Katastrophe: So probte Andreas Lubitz den Absturz - das Minutenprotokoll

Schon auf dem Hinflug testete Andreas Lubitz, wie der Germanwings-Airbus zum Absturz gebracht werden kann. Der Ermittlungsbericht liest sich wie das Minutenprotokoll einer tödlichen Generalprobe.

Im Cockpit probte Andreas Lubitz wie der Airbus zum Abstruz gebracht werden konnte.

Im Cockpit probte Andreas Lubitz wie der Airbus zum Abstruz gebracht werden konnte.

Der Bericht, den die französischen Ermittler am Mittwoch vorgelegt haben, gibt der Germanwings-Katastrophe eine neue schreckliche Dimension. Denn er zeigt, dass alle Handlungen Andreas Lubitz' "den gleichen Sinn hatten, nämlich das Flugzeug auf den Boden stürzen zu lassen", wie der Direktor der frazösischen Luftfahrt-Sicherheitsbehörde (bea), Rémi Jouty, es ausdrückte.

Bereits auf dem Hinflug nach Barcelona übte Co-Pilot Lubitz die Handgriffe, mit denen er später 150 Menschen in den Tod reißen sollte. Die Auswertung der Flugdaten zeigt minutiös wie Lubitz ausprobierte, den Autopiloten entsprechend einzustellen. Besatzung und Flugkontrolle merkten davon nichts: Wie bei dem Unglücksflug war Lubitz alleine im Cockpit und nutzte geplante Sinkmanöver zur Tarnung seiner Versuche.

Der Ablauf der tödlichen Generalprobe:

07:19:52 Uhr:

Der Kapitän verlässt das Cockpit, Lubitz ist alleine. Das Flugzeug befindet sich in einer Höhe von 37.000 Fuß und fliegt mit normaler Reisegeschwindigkeit.

07:20:29 Uhr:

Der Fluglotse weist die Maschine an auf 35.000 Fuß zu sinken. Lubitz bestätigt dies.

07:20:32 Uhr:

Das Flugzeug beginnt einen kontrollierten Sinkflug auf 35.000 Fuß.

07:20:50 Uhr:

Die eingestellte Höhe des Autopiloten wird für wenige Sekunden auf nur 100 Fuß reduziert und dann auf den Maximalwert geändert, bevor sie sich wieder bei 35.000 Fuß stabilisiert.

07:21:10 Uhr:

Der Fluglotse gibt die Anweisung weiter auf 21.000 Fuß zu sinken. Lubitz gibt den entsprechenden Wert in den Autopiloten ein.

07:22:27 Uhr:

Die Daten der Flugsicherung zeigen, dass die eingestellte Höhe für die folgenden zwei Minuten 100 Fuß betrug und mehrfach geändert wurde.

07:24:13 Uhr:

Die eingestellte Höhe des Autopiloten stabilisiert sich auf 25.000 Fuß.

07:24:15 Uhr:

Der Kapitän kehrt in das Cockpit zurück.

Für den weiteren Verlauf des Fluges verzeichnet der Bericht der Ermittler keine weiteren Auffälligkeiten und konzentriert sich dann auf die schrecklichen Ereignisse des Absturztages.

Eine grafische Darstellung der Höhenveränderungen.

Eine grafische Darstellung der Höhenveränderungen.

db