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Anschlag auf American Airlines Twitter-Drohung bringt 14-Jährige in Polizeigewahrsam


"Ich bin ein Al-Kaida-Mitglied und am ersten Juni habe ich etwas wirklich Großes vor". Das twitterte ein junges Mädchen aus Holland an die Fluglinie American Airlines. Keine gute Idee!

Es war wohl nur der Scherz eines pubertierenden Mädchens - doch er endete für die 14-jährige Sarah aus Holland auf einem Polizeirevier in Rotterdam. "@AmericanAir Hallo, mein Name ist Ibrahim und ich bin aus Afghanistan. Ich bin ein Al-Kaida-Mitglied und am ersten Juni habe ich etwas wirklich Großes vor. Tschüss."

War es Dummheit? Wusste sie es nicht besser? Wollte sie einfach nur sehen, was passiert? Am Sonntagnachmittag jedenfalls twitterte Sarah ziemlich unbedarft ihre verhängnisvolle Botschaft in die Welt - und danach geriet ihr Leben aus den Fugen.

"Wir leiten Deine IP-Adresse ans FBI weiter"

Tausende retweeteten ihren Beitrag - und am Ende meldete sich die vermeintlich bedrohte Fluggesellschaft American Airlines: "Sarah, wir nehmen diese Drohungen sehr ernst. Deine Details und IP-Adresse leiten wir weiter an die Sicherheit und das FBI", lautete die ziemlich eindeutige Antwort.

Das war nun auch für Sarah kein Spaß mehr. Hektisch entschuldigte sie sich per Twitter, es sei ein Scherz gewesen und es tue ihr so leid. In einem weiteren Tweet beschuldigte sie eine Freundin, in ihrem Namen diesen Scherz gemacht zu haben. Andererseits freute sie sich auch laut "Bild" über die 1000 neuen Follower, die sie dem Wirbel um ihren Tweet zu verdanken hatte. 

In einer anderen Nachricht schrieb sie, sie habe immer berühmt werden wollen, "aber wie Demi Lovato, nicht wie Osama bin Laden". Sie werde ihren Eltern nichts von dem Fehler erzählen. "Sie werden mir sagen, dass ich mein Konto schließen soll, oh mein Gott, das wäre das Ende meines Lebens." Später war der Twitter-Account von Sarah unerreichbar, und auch die Fluggesellschaft löschte ihre Antwort auf die "Scherznachricht".

Polizei leitet Ermittlungen ein

Doch am Montag wurde Sarah die Sache dann zu heiß, womöglich hatte sie auch doch noch den Rat ihrer Eltern gesucht. Jedenfalls stellte sie sich auf einem Polizeirevier in Rotterdam, wo die Beamten sie vorläufig in Gewahrsam nahmen. Ermittlungen wurden eingeleitet und die Jugendliche wurde verhört. Nach Angaben von Polizeisprecher Roland Ekkers erschien Sarah zusammen mit einem Familienmitglied bei der Polizei. "Angesichts des Inhalts des Tweets würden wir gerne ihre Motivation kennen", sagte Ekkers. "Wir haben sie festgenommen, um sie zu befragen."

Es ist nicht das erste Mal, dass jemand in den Niederlanden wegen einer Drohung auf Twitter Probleme mit der Polizei bekam. Der Nachrichtenagentur BNO News zufolge wurde im April 2011 ein 17-Jähriger festgenommen, der einen Stunden zuvor geschehenen Amoklauf "übertreffen" wollte. Im Februar 2011 kündigte ein 17-jähriges Mädchen per Twitter an, ihre Schule zu bombardieren und musste deshalb ebenfalls in Polizeigewahrsam.

Andra Wöllert mit DPA/AFP AFP

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