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Attacke auf Schweiger-Haus: Staatsschutz prüft Bekennerschreiben

Unbekannte schleuderten Farbbeutel gegen das Haus von Til Schweiger, zündeten sogar das Auto seiner Freundin an. Nun hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen - und prüft ein Bekennerschreiben.

Nach dem Farbanschlag auf das Haus von Schauspieler Til Schweiger gibt es laut einem Bericht der "Hamburger Morgenpost" ein Bekennerschreiben. Eine Hamburger Polizeisprecherin bestätigte am Dienstag der DPA, dass der Staatsschutz ein Schreiben im Zusammenhang mit einem Farbanschlag auf ein Gebäude überprüfe.

Nach wie vor nicht bestätigen wollte sie, dass es sich um das Haus Schweigers handle. "Zu den Bewohnern machen wir keine Angaben. Auch nicht zum Eigentümer des Fahrzeugs", sagte die Sprecherin. Vor dem Haus war auch ein Auto angezündet worden, das ausbrannte.

"Anschlag auf die Freiheit der Künstler"

Der kulturpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, verurteilte die Tat "als Anschlag auf die Freiheit der Künstler und damit auf die Freiheit der Kunst in unserem Lande". Schweiger werde "in der Logik der Täter 'bestraft', weil einer seiner Filme deren Sichtweise des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan nicht entspricht", erklärte Börnsen. Die Konsequenz aus solchem Denken bedeute das Ende der freien Gesellschaft.

In dem von der "Hamburger Morgenpost" am Dienstag abgedruckten Bekennerbrief schreibt eine Gruppe namens "die Tatortverunreiniger_innen", der Schauspieler habe mit seiner Rolle in dem Kinofilm "Schutzengel" und mit öffentlichen Äußerungen den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan verherrlicht. "Deutsche Kriegseinsätze mit allen Folgen sollen als normal und gerecht empfunden und akzeptiert werden". Auf das Haus in den Elbvororten waren am frühen Montagmorgen sechs große weiße Farbbeutel geschleudert worden.

be/DPA / DPA