Stromausfall in Berlin Weiteres Schreiben von mutmaßlichen Tätern des Brandanschlags aufgetaucht

THW und Techniker auf Baustelle am Heizkraftwerk Lichterfelde in Berlin
THW und Techniker auf Baustelle am Heizkraftwerk Lichterfelde in Berlin
© Sven Kaeuler / DPA
Nach dem Stromausfall in Berlin wurde spekuliert, ob Russland dabei eine Rolle gespielt haben könnte. Die mutmaßlichen linksextremistischen Täter weisen das zurück.

Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz haben mehrere Medien über ein zweites Bekennerschreiben der mutmaßlichen Täter berichtet. Vonseiten der Ermittler gab es zunächst keine Bestätigung dazu. In dem Schreiben wurden die Spekulationen rund um eine Beteiligung ausländischer Akteure zurückgewiesen. Berichtet hatten unter anderem der "Tagesspiegel", "Bild" und der rbb. 

In dem Schreiben heißt es unter anderem: "Zu den kursierenden Unterstellungen einer angeblichen "False-Flag-Aktion" eines ausländischen Staates sagen wir klar: Diese Spekulationen sind nichts weiter als der Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren." Dass Menschen vor Ort in der Lage seien, Infrastruktur anzugreifen, passe nicht in das Sicherheitsnarrativ von Politik und Behörden. Die Beweggründe der Gruppe seien weder neu noch geheim. "Wer nun behauptet, hinter jeder Form von Sabotage müsse zwangsläufig ein fremder Geheimdienst stehen, verweigert sich der Realität gesellschaftlicher Konflikte im Inneren", hieß es weiter.

In dem Schreiben hieß es zudem, dass sich ihre Aktion "nicht gegen Menschen" richte, sondern gegen eine Infrastruktur, die täglich die Umwelt zerstöre.

Linksextremisten reklamieren Brandanschlag in Berlin für sich

In der Folge des mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlags waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen übernommen. Aus ihrer Sicht besteht der Verdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe.

In einem ersten Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen "Vulkangruppen", die seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf die öffentliche Infrastruktur verübt haben sollen, die Tat für sich reklamiert.

Im Zuge des Brandanschlags gibt es Spekulationen über die Urheberschaft in Richtung Russland und einer seiner Geheimdienste im Internet. Mit Blick auf Spekulationen hatte Berlins Polizei-Vizepräsident Marco Langner betont: "Darauf gibt es bislang gar keine Hinweise." Und weiter: "Die Prüfungen, die wir vorgenommen haben in Zusammenarbeit mit dem BKA, weisen eben auf diese Vulkangruppe hin – und zwar sehr deutlich. Wir sehen dieses Bekennerschreiben als authentisch an und können damit sagen, es kommt aus dem linksextremistischen Bereich."

DPA
cl

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos