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Olympia in Deutschland – warum das Thema so polarisiert

Olympia: Fahne mit Olympischen Ringen
München, Berlin und die Rhein-Ruhr-Region bewerben sich für Olympische Sommerspiele. Die Bürger in Hamburg haben gegen Olympia gestimmt.
© Mike Egerton/Press Association / DPA

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Die Hamburger stimmen gegen Olympia in der Hansestadt. Eine deutsche Bewerbung wird es trotzdem geben. Und: Das macht Kopenhagen so besonders. Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

bevor ich mich vor einigen Wochen zu einer längeren Dienstreise nach Japan aufgemacht habe, musste ich zu Hause in Hamburg noch dringend einen Brief abschicken. Darin: die Abstimmungsunterlagen über die Bewerbung für die Olympischen Spiele. Wie ich abgestimmt habe, behalte ich an dieser Stelle mal für mich – so viel kann ich aber verraten: In meinem Bekanntenkreis gab es kein anderes Thema, das derart kontrovers diskutiert wurde. Wie wohl auch in der ganzen Hansestadt.

Das Ergebnis: Hamburg hat sich gegen Olympia entschieden. 54,9 Prozent der teilnehmenden Bürger stimmten gegen die Pläne. Deutschland wird sich trotzdem um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Berlin, München und die Region Köln-Rhein-Ruhr stehen als mögliche Ausrichter bereit.

Deutschland bewirbt sich um Olympia – Skepsis bleibt

In allen potenziellen Bewerberstädten wurden vorher lebhaft Pro- und Kontra-Argumente ausgetauscht. Die Punkte ähnelten sich überall: Die Befürworter verweisen darauf, dass Olympia die Jugend für den Sport motiviere, die Infrastruktur in der jeweiligen Stadt und Region voranbringe und außerdem das internationale Image verbessere. Zudem wird immer wieder ins Feld geführt, dass Olympische Spiele den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkten wie kein anderes Ereignis. Die Kraft des Sports also, die Menschen aus aller Welt, aber auch innerhalb der Stadt zusammenführen soll.

Skeptiker fürchten vor allem explodierende Kosten – der Behauptung, Olympische Spiele bezahlten sich quasi von selbst, wollen sie keinen Glauben schenken. Gerade in Hamburg ist man derartigen Großprojekten gegenüber misstrauisch. Mit der Elbphilharmonie und dem G-20-Gipfel hat man in der Hansestadt schlechte Erfahrungen gemacht. Olympia sorge für weiter steigende Mieten und Lebenshaltungskosten, zudem würden gesellschaftliche Randgruppen aus dem Stadtzentrum verdrängt. Und mit dem schlecht beleumundeten IOC wollen viele auch nichts zu schaffen haben.

Am Ende setzte sich in Berlin, München und der Köln-Rhein-Ruhr-Region die Pro-Fraktion durch. Auch in Hamburg war der politische Rückhalt groß: Alle Parteien der Mitte hinter der Bewerbung, nur Linke und AfD hatten sich dagegen ausgesprochen. Widerspruch kam zudem von Umweltverbänden, dem Bund der Steuerzahler und der Bürgerinitiative „NOlympia“. In Berlin, wo statt eines Volksreferendums das Abgeordnetenhaus entschied, stimmten nur Grüne und Linke gegen das Konzept. 

Dass Deutschland sich zeitnah um Olympia bewerben wird, steht fest, seit die Münchner im vergangenen Herbst dafür gestimmt haben. Eine Reihe anderer Eckpunkte ist noch offen: Der Deutsche Olympische Sportbund wird Ende des Jahres entscheiden, welche Stadt man ins Rennen schickt. Auch ist noch zu klären, für welches Jahr sich Deutschland bewirbt. Olympia 2036 hat für viele historisch gesehen einen Beigeschmack – 100 Jahre nach den Nazi-Propaganda-Spielen in Berlin. Andere sehen dieses Jubiläum gerade als Möglichkeit, ein neues Zeichen für ein offenes Deutschland zu setzen.

Denn bisher stand Olympia in Deutschland unter keinem guten Stern. 1936 missbrauchten Hitler und die Nazis die Spiele in Berlin und Garmisch-Partenkirchen, 1972 kam es in München zur Katastrophe, als palästinensische Terroristen Mitglieder des israelischen Teams entführten und töteten. 

Kopenhagen – die Stadt der Stunde

Kopenhagen denkt übrigens auch über eine Olympia-Bewerbung nach. Sollte sich die dänische Hauptstadt dafür entscheiden, sollen es die „kleinsten und nachhaltigsten Spiele aller Zeiten“ werden. Das würde passen zu dieser Stadt, die für viele ein Sehnsuchtsort ist – und die sportbegeisterten Hamburger hätten es auch nicht weit.

Kopenhagen gilt als die Stadt der Stunde, die Metropole der Zukunft. Die Luft soll dort klarer sein und die Menschen fröhlicher. Aus deutscher Sicht fragt man sich oft: Was läuft dort besser? Mein Kollege Gunnar Herbst hat zusammen mit Einheimischen versucht, es herauszufinden.

5-Minuten-Talk: Strack-Zimmermann vs. Kubicki

Am Freitag habe ich über den FDP-Parteitag noch geschrieben: „Wolfgang Kubicki wird am Wochenende zum Vorsitzenden gewählt.“ Nun, so kam es auch, aber ganz so einfach war es dann doch nicht. Denn quasi aus dem Nichts meldete Marie-Agnes Strack-Zimmermann noch ihre Kandidatur an, Kubicki gewann die unerwartete Kampfabstimmung mit einem recht knappen Ergebnis von 60 Prozent.

Nicht nur innerhalb der FDP wurde viel darüber diskutiert, ob Strack-Zimmermanns Kandidatur (und vor allem ihr Vorgehen) ein demokratischer Gewinn oder eine miese Masche war. Klar ist, dass der erhoffte Neuanfang für die Liberalen ausgeblieben ist. Stattdessen stellt sich endgültig die Frage: Wie gespalten ist die FDP?

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Eugen Epp

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