Der Tod einer ganzen Familie macht das Ausmaß der Katastrophe greifbar, die sich auf der Interstate 95 im US-Bundesstaat Virginia abspielte: Ein Ehepaar sowie ihre beiden Kinder waren auf dem Weg zu einer Hochzeit, als ihr Auto in einen schweren Unfall verwickelt wurde. Die Familie stammte aus Massachusetts und wollte nach South Carolina. Die Eltern waren 44 und 45, die Kinder sieben und 14 Jahre alt.
Ein Reisebus war in den frühen Morgenstunden auf mehrere Fahrzeuge aufgefahren. Der Bus hatte sich offenbar mit hoher Geschwindigkeit einem Stau vor einer Baustelle genähert, ohne rechtzeitig abzubremsen. Die Wucht des Aufpralls löste eine Kettenreaktion aus: Ein SUV wurde gerammt und gegen das Auto der Familie geschleudert, das anschließend Feuer fing.
Für die Eltern und ihre beiden Kinder gab es keine Rettung mehr – eine ganze Familie wurde innerhalb von Sekunden ausgelöscht. Insgesamt gab es bei dem schweren Unfall nach Angaben der Polizei fünf Tote: Eine 25 Jahre alte Frau aus Massachusetts kam ebenfalls ums Leben. Außerdem wurden mehr als 40 Menschen verletzt.
Unfall in Virginia: Busfahrer wird angeklagt
Unter den Verletzten befindet sich auch der Busfahrer. Gegen den 48-Jährigen wurde bereits Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben, weitere Anklagepunkte sind möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte überhöhte Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle gespielt haben. Außerdem wird untersucht, ob Faktoren wie Müdigkeit oder mögliche Kommunikationsprobleme eine Rolle gespielt haben.
In dem Bus saßen 34 Passagiere. Einige sagten dem lokalen Sender WAFB, der Fahrer sei rücksichtslos und zu schnell gefahren. Auch nachdem er das erste Fahrzeug gerammt habe, sei der Bus nicht gestoppt. „Es scheint ziemlich klar, dass, falls überhaupt gebremst wurde, die Bremswirkung aufgrund der Geschwindigkeit und der Heftigkeit des Aufpralls minimal war“, sagte einer der Ermittler bei einer Pressekonferenz.
Quellen: AP, WAFB, „Washington Post“