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Zeitungs-Bericht: BVB-Anschlag: Waren es Rechtsextreme?

Erst sollten es Islamisten gewesen sein, dann Linke, die eine Bombe neben dem Teambus des BVB zündeten. Jetzt geht die Polizei wohl von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Auch ein neues Bekennerschreiben deutet in diese Richtung.

BVB Bus Anschlag

Polizei und BKA versuchen immer noch zu klären, wer hinter dem Bombenanschlag auf den Teambus des BVB steckt

Fünf Tage ist es her, dass eine Explosion erst den Teambus des BVB und dann ganz Deutschland erschütterte: Der mit Metallteilen gefüllte Sprengsatz verletzte Spieler Marc Bartra und einen Polizisten, Todesopfer gab es glücklicherweise keine. Wer konkret hinter dem Anschlag steckt, ist nach wie vor völlig unklar. Nachdem der Verdacht zunächst auf islamistischen und linken Terroristen lag, sieht die Polizei inzwischen eine andere Gruppe als Hauptverdächtige: Rechtsextreme.

Das will die "Bild"-Zeitung aus Ermittler-Kreisen erfahren haben. "Aufgrund der Gesamtumstände gehen wir am ehesten von Tätern aus dem rechtsextremen Milieu aus", soll einer der Ermittler gegenüber der "Bild" gesagt haben. Ein islamistischer Hintergrund werde zwar weiterhin nicht ausgeschlossen, alle anderen Ansätze sieht man aber als unwahrscheinlich. Eine eigens erstellte "Besondere Aufbauorganisation" ermittelt gemeinsam mit dem BKA nach Hinweisen, wer hinter dem Anschlag stecken könnte. 

Islamistischer Hintergrund weiter nicht ausgeschlossen

Wegen eines entsprechenden Bekennerschreibens hatte zunächst einiges für einen islamistischen Hintergrund der Tat gesprochen. Nach einer islamwissenschaftlichen Untersuchung sei das Schreiben aber als Fälschung eingeschätzt worden, berichteten mehrere Medien. Es soll nach Einschätzung der Experten von einem deutschen Muttersprachler stammen, der vermeintlich radikalislamische Forderungen und absichtliche Rechtschreibfehler einbaute, um den Verdacht auf andere zu lenken.

Ein weiteres, am Donnerstag aufgetauchtes, Bekennerschreiben mit vorgeblich rechtsradikalem Hintergrund wird von den Beamten nach Angaben der "Bild" aber ebenfalls nicht direkt mit den Tätern in Verbindung gebracht. Das beim "Tagesspiegel" eingegangene E-Mail-Schreiben beruft sich auf Adolf Hitler, hetzt gegen "Multi Kulti" und droht, es werde "buntes Blut fließen". Die Ermittler gehen allerdings wohl davon aus, dass es sich um Trittbrettfahrer handelt. In der Mail gibt es einen Bezug auf einen "Trupp Köln", der einen Zusammenhang zur im Mai anstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen nahelegt.

mma