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Zwei Jahre nach der Explosion Wie Lava: Brenndes Getreide fließt aus Silo im Hafen von Beirut

Aus einem brennenden Silo im Hafen von Beirut fließt brennendes Getreide
Die Feuerwehr kann sich dem brennenden, einsturzgefährdeten Silo nicht nähern
© Abd Rabbo Ammar/ABACA/Shutterstock
Zwei Jahre nach der Explosion im Hafen von Beirut ist in einem Getreidesilo ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr kann den Brand aktuell nicht löschen.

Was auf den ersten Blick wie Lava anmutet, ist verbranntes Getreide, das aus einem Getreidesilo im Hafen von Beirut fließt. Bei der verheerenden Explosion vor zwei Jahren sind die Speicher-Komplexe stark beschädigt worden. Die Gebäude fingen bei dem Unglück im Jahr 2020 wohl einen Teil der Wucht ab. Für viele Bürger sind sie dadurch zum Symbol der Hoffnung geworden.

Fachleute haben schon lange davor gewarnt, dass Teile der Silos aufgrund von schweren Schäden und Neigungen einsturzgefährdet sind. Die libanesische Regierung hatte im April den Abriss der Silo-Überreste angeordnet. Die Arbeiten waren aber unterbrochen worden – unter anderem, weil Angehörige von Todesopfern gefordert hatten, die Ruinen als Erinnerungsort zu erhalten.

Einsturzgefahr behindert Löscharbeiten in Beirut

Inzwischen sind nicht nur mehrere Türme der Lagerhäuser eingebrochen, sondern im Inneren haben sich zusätzlich Flammen entwickelt. Bereits im Juli ist in einem der Komplexe ein Feuer ausgebrochen, nachdem sich Getreide entzündet hatte. Nach Angaben der Behörden eine Folge von durch die Sommerhitze begünstigten Gärungsprozessen.

In den Türmen waren nach Ministerpräsident Mikatis Angaben noch rund 3000 Tonnen Weizen und Mais gelagert, die nach offiziellen Angaben aber nicht entfernt werden konnten, da dies den Einsturz beschleunigt hätte. Erst vor wenigen Wochen sind vier Silo-Türme kollabiert. Wie RTL berichtet, behindert die Einsturzgefahr die Löscharbeiten: Die Einsatzkräfte können sich aufgrund eines möglichen Kollapses dem Gebäude nicht nähern.

Bei der Explosion vor zwei Jahren wurden ganze Stadtteile in Beirut dem Erdboden gleichgemacht. 214 Menschen starben, 6500 weitere wurden verletzt und rund 300.000 wurden obdachlos. Die Untersuchungen der Unglücksumstände waren seit den ersten Wochen aus politischen Gründen behindert worden. Angehörige der Opfer und Nichtregierungsorganisationen werfen den Behörden vor, ihre mögliche Mitverantwortung systematisch zu verschleiern.

Quellen: RTL, "Tagesschau"

lhi AFP

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