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Klage nur teilweise erfolgreich: Homosexuelle Mäner dürfen weiter ausgeschlossen werden

Bislang durften homosexuelle Männer kein Blut spenden. Der Europäische Gerichtshof entschied nun, das generelle Verbot aufzuheben, Schwule dürfen aber weiter ausgeschlossen werden.

Eine Frau spendet in einer Rettungszentrale des Roten Kreuzes Blut: Laut EU-Recht sind Personen mit hohem Risiko für Infektionskrankheiten, die durch Blut übertragbar sind, als Spender zu sperren

Eine Frau spendet in einer Rettungszentrale des Roten Kreuzes Blut: Laut EU-Recht sind Personen mit hohem Risiko für Infektionskrankheiten, die durch Blut übertragbar sind, als Spender zu sperren

Das grundsätzliche Blutspende-Verbot für homosexuelle Männer ist nicht rechtens. Das hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entschieden. Voraussetzung dafür, dass ein schwuler Spendewilliger von der Spende ausgeschlossen wird, soll künftig nur noch ein hohes Übertragungsrisiko für Infektionskrankheiten wie Aids sein.

Es müsse klar sein, dass es keine echte Alternative für ein Spendeverbot gebe. Dies könnten wirksame Testmethoden für Blutspenden oder eine genaue Befragung des Spenders zu riskantem Sexualverhalten sein. Diese Details muss nun das für den Einzelfall zuständige Gericht im französischen Straßburg klären. Anlass für die Verhandlung war ein französischer Fall, der europaweit Bedeutung hat.

Diskriminierung trotz Blutkonserven-Knappheit

Auch in Deutschland sind Homosexuelle bisher nicht als Blutspender zugelassen. Bislang wurden sie ohne jegliche Nachfrage zu jener Gruppe gezählt, die häufig wechselnde Geschlechtspartner und ungeschützten Sex hat, und damit ein erhöhtes Risiko für Aids, aufweist.

Auch Heterosexuelle, die sich selbst dieser Gruppe zuordnen, sowie Prostituierte dürfen in Deutschland kein Blut spenden. Grundlage ist die Beantwortung eines Fragebogens vor der Spende.

Davon abgesehen, dass Blutkonserven insbesondere der seltenen Blutgruppen knapp sind, wird diese Regelung auch als vorurteilsbehaftete Diskriminierung Homosexueller angesehen.

Laut EU-Recht sind Personen mit hohem Risiko für Infektionskrankheiten, die durch Blut übertragbar sind, als Spender zu sperren. Der Zeitraum sollte dabei von der Krankheit und den Testmöglichkeiten abhängen.

jen/DPA / DPA
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