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Bluttat bei "Batman"-Premiere: Mann mit Gasmaske tötet zwölf Menschen

Tödliche Premiere: Bei einer Vorführung des neuen "Batman"-Films hat ein Mann im US-Bundesstaat Colorado um sich geschossen und zwölf Menschen umgebracht. Dutzende Kinobesucher wurden verletzt.

Ein junger Mann hat in einem Kino in einem Vorort von Denver wild um sich geschossen und mindestens zwölf Menschen getötet, 59 wurden verletzt. Zunächst war von 14 Toten die Rede gewesen. Bei der Mitternachtspremiere des neuen "Batman"-Films "The Dark Knight Rises" eröffnete der Bewaffnete in Aurora im US-Bundesstaat Colorado das Feuer. Der mutmaßliche 24-jährige Schütze sei festgenommen worden, erklärte der lokale Polizeichef Dan Oates. Er sagte, zehn Opfer seien sofort im Kino gestorben, weitere danach im Krankenhaus. Entgegen anderslautendenen Medienberichten gebe es keine Hinweise auf einen zweiten Schützen. Für einen terroristischen Hintergrund gibt es nach Angaben von CNN keine Hinweise.

Frank Fania von der Polizei in Aurora sagte CNN, das Motiv des Schützen sei noch unklar. Festgenommen wurde der mutmaßliche Täter laut Fania auf einem Parkplatz hinter dem Kino. Er habe eine schusssichere Weste getragen und sei mit einem Gewehr sowie zwei Pistolen bewaffnet gewesen. Der Mann habe nach seiner Festnahme gewarnt, dass er Sprengsätze in seiner Wohnung deponiert habe. Nach Angaben des TV-Senders KUSA wurde das Mietshaus, in dem der Mann wohnt, evakuiert. Das Gebäude wird nun durchsucht. Bereits zuvor habe die Polizei mit einem Roboter das Auto des Verdächtigen auf Bomben oder Sprengstoff untersucht.

Ein Zeuge berichtete der lokalen Nachrichtenseite Denverpost.com, er habe sich den Film angeschaut, als er plötzlich mehrere Explosionen hörte. Mehrere Menschen seien aus dem Kinosaal gerannt, er habe Schüsse gehört und Polizisten hätten "Get down!" ("Hinlegen!") gerufen. Andere Zeugen sagten, der Schütze sei maskiert und in Schwarz gekleidet gewesen.

Schütze trug eine Gasmaske

Laut CNN blieb unklar, ob alle Verletzten Schusswunden hatten. Nach den Schüssen sei Panik ausgebrochen, die Menschen seien in Richtung Ausgang gestürzt und dabei übereinander hinweggetrampelt. Ein Kinobesucher berichtete CNN, die tödlischen Schüsse hätten rund eine Viertelstunde nach dem Filmstart begonnen. Der lokale Hörfunksender 850 KOA Radio berichtete, viele der Kinobesucher hätten die Schüsse zunächst für einen Teil des Films gehalten. Der mutmaßliche Täter habe eine Gasmaske getragen und eine Rauchbombe gezündet. Dass viele Fans verkleidet kamen, dürfte es der Polizei erschwert haben, den Schützen ausfindig und dingfest zu machen.

Der TV-Sender 9News berichtete, die Schießerei ereignete sich in Kinosaal 9, einige Schüsse hätten jedoch die Wand zu Saal 8 durchschlagen. Unter den Verletzten seien auch Kinder, in einem der Krankenhäuser werde ein dreimonatiges Baby behandelt. Der neue "Batman"-Film sei in drei Kinosälen gezeigt worden.

Obama "schockiert und tief betrübt"

Augenzeugen berichteten im Fernsehen von schrecklichen Szenen. Der Mann habe plötzlich wahllos auf Menschen geschossen. Viele Opfer hätten blutüberströmt am Boden gelegen. Ein Polizist habe ein leblos wirkendes Mädchen in seinem Arm getragen, schilderte ein junger Mann dem Sender KUSA. Mindestens 250 Polizisten waren demnach am Tatort. Am Ort des Überfalls herrschte Medien zufolge Chaos.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich "schockiert und tief betrübt" über die Schießerei. Seine Frau Michelle und er seien schockiert über die "entsetzliche und tragische" Tat, erklärte Obama in Washington. Die Regierung werde alles tun, um die Menschen in Aurora zu unterstützen, fügte Obama hinzu. In solchen "Momenten der Dunkelheit und Herausforderung müssen wir jetzt wie eine amerikanische Familie zusammenkommen", rief der Präsident seine Landsleute auf.

Aurora liegt nicht weit von der Columbine-Highschool in Littleton entfernt. Dort hatten zwei Schüler bei einem Amoklauf am 20. April 1999 13 Menschen und dann sich selbst getötet. Die grausame Tat war das bis dahin schlimmste Schulmassaker und rief in den USA Forderungen nach schärferen Waffengesetzen hervor.

ukl/mlr/AFP/DPA / DPA