Brände Kein Ende des Infernos


Eine Woche nach dem Ausbruch der verheerenden Waldbrände ist noch kein Ende des Infernos absehbar. Neue Winde brachten bislang unberührte Bergdörfer in Gefahr.

Eine Woche nach dem Ausbruch der verheerenden Waldbrände in Kalifornien ist noch kein Ende des Infernos absehbar. Neue Winde, die häufig ihre Richtungen wechselten, brachten am Mittwoch bislang unberührte Bergdörfer in Gefahr. Der Wintersportort Lake Arrowhead bei San Bernardino östlich von Los Angelos sei nach Ansicht der Behörden kaum mehr zu retten, berichteten regionale Medien. Unterdessen werden immer mehr Opfer erwartet. Der Schaden wird mittlerweile auf 4 Milliarden Dollar geschätzt.

Zehntausende von Häusern bedroht

Etwas kühlere Temperaturen halfen den über 12 000 Feuerwehrleuten im Kampf gegen insgesamt 17 Großfeuer nur wenig. Zehntausende von Häusern waren auch am Mittwoch von den Feuersbrünsten bedroht. Die Polizei sucht inzwischen mit Phantombildern und 60 000 Dollar Belohnung nach den mutmaßlichen Brandstiftern. Bis zum Mittwoch sind bei den Großfeuern, die vom Nordosten von Los Angeles bis südlich von San Diego an der mexikanischen Grenze reichen, 16 Menschen gestorben. Behördensprecher in San Diego sagten dem Nachrichtensender FOX News zufolge, sie erwarteten noch weit mehr Opfer, weil viele sicherlich von den sich zum Teil rasend schnell ausbreiteten Flammen in ihren Häusern überrascht oder auf der Flucht noch erfasst worden wären. Über 50 000 Menschen hatten in Kalifornien bis Mittwoch ihre Häuser verlassen müssen, viele Tausend waren in Notunterkünften untergebracht.

Über 2000 Häuser wurden vernichtet

Über 2000 Häuser wurden offiziellen Angaben zufolge vernichtet. Insgesamt legten die haushohen Flammen bis Mittwoch eine Fläche von knapp 1900 Quadratkilometern (rund zwei Drittel der Größe des Saarlands) in Schutt und Asche. Der Gesamtschaden wird sich nach Ansicht des republikanischen Kongress-Abgeordneten Jerry Lewis auf vier Milliarden Dollar (3,42 Milliarden) belaufen. Dies berichtete die "Los Angeles Times". Der designierte kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger reiste am Mittwoch nach Washington, um Gelder des Bundes für die Geschädigten und Opfer in seinem Bundesstaat zu bekommen. In Washington ist laut der "Los Angeles Times" zunächst an eine Hilfe von 500 Millionen Dollar für die Katastrophengebiete gedacht. Die Polizei hat die Suche nach den mutmaßlichen Brandstiftern verstärkt und am Dienstagabend ein Phantombild eines etwa 20 Jahre alten Mannes veröffentlicht. Dieser soll gemeinsam mit einem "Hippie- ähnlichen Typ" brennende Gegenstände aus einem Geländewagen in einem Waldgebiet bei San Bernandino geworfen haben. Den Brandstiftern drohen Gefängnisstrafen bis zu 24 Jahren.

Räumungen am Nordrand von Los Angeles

In dem Villen-Viertel Stevenson Ranch, am Nordrand von Los Angeles, forderte die Polizei am Dienstagabend (Ortszeit) Tausende auf, innerhalb von 15 Minuten ihre Häuser zu verlassen. Östlich von San Bernardino wurde die Ortschaft Big Bear mit 20 000 Einwohnern geräumt. Den Angaben zufolge ist ein großes Feuer am Nordrand von Los Angeles zu 25 Prozent unter Kontrolle. An den Stränden Südkaliforniens bis nach Los Angeles regnete Asche herunter, von den Feuern, die weiter östlich im Inland tobten. Menschen mit Atemproblemen wurden von den Gesundheitsbehörden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und sich draußen nur mit Atemschutzmasken zu bewegen.

Die Brände in Kalifornien haben an einigen Stellen zwar auch auf den benachbarten mexikanischen Staat Baja California Norte übergegriffen. Wie der Fernsehsender Televisa am Mittwochmorgen meldete, wurden sie im Raum Tijuana aber schon wieder unter Kontrolle gebracht, nahe der Stadt Ensenada gehe der Kampf weiter.

Den bisherigen Berichten zufolge ist niemand in Mexiko direkt durch Feuer zu Schaden gekommen. Aus der Grenzstadt Tijuana werden aber Atemwegserkrankungen wegen des aus dem Nachbarland stammenden Ascheregens gemeldet. Fernsehbilder zeigen Bürger mit Schutzmasken.


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