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Gewalt hinter Gittern Blutiges Wochenende in Brasilien: Häftlinge gehen mit Messern aufeinander los - viele Tote


Einmal mehr eskaliert die Gewalt in brasilianischen Gefängnissen. Mit teils selbst gebastelten Stichwaffen gehen die Häftlinge dort aus Wut und Verzweiflung aufeinander los. Die traurige Bilanz eines blutigen Wochenendes: mehrere Dutzend Tote. 

Hoffnungslos überfüllt, von Drogenbanden kontrolliert und fern von Recht und Ordnung - die Zustände in den Haftanstalten von Brasilien sind seit Jahren chaotisch. Immer wieder revoltierenden Insassen mit brutaler Gewalt, immer wieder müssen Sicherheitskräfte eingreifen. Meist enden diese Einsätze in einem Blutbad. Am Wochenende eskalierte die Gewalt schon wieder. In Gefängnissen im Norden des Landes sollen mehr als 50 Häftlinge getötet worden sein. Was sich hinter den Mauern und dem Stacheldraht genau abgespielt hat, ist unklar.

Gewalt eskaliert: Viele Insassen erstickt und erstochen

Wie die Behörden im Bundesstaat Amazonas mitteilten, wurden aus insgesamt fünf Haftanstalten Todesopfer gemeldet. In drei Gefängnissen, darunter das Antonio Trindade Gefängnis nahe der Millionenstadt Manaus, starben am Montag mindestens 40 Menschen. Demnach wiesen die meisten Leichen "Anzeichen eines Erstickungstodes" auf. Wie die Insassen genau zu Tode kamen, ist aber unklar. In einem weiteren Knast waren bereits am Sonntag bei Zusammenstößen zwischen Häftlingen 15 Insassen getötet worden. 

Ausgelöst wurden die aktuellen Unruhen demnach am Sonntag in der Haftanstalt Anisio Jobin, ebenfalls vor den Toren von Manaus. Dort sollen dutzende Häftlingen während der Besuchszeit teils mit selbst gebastelten Stichwaffen aufeinander los gegangen sein. In den Zellen entdeckten die Wärter später vier Leichen. 

Im obigen Video der Nachrichtenagentur Reuters diskutieren aufgebrachte Anwohner und verzweifelte Angehörige mit Sicherheitskräften. Hubschrauber kreisen über den Haftanstalten.

Bolsonaro rüstet auf: Mehr Sicherheitskräfte

Angesichts der unübersichtlichen und nach wie vor explosiven Lage habe Präsident Jair Bolsonaro die Sicherheitskräfte in der Region um Manaus verstärkt, erklärte der Gouverneur des Bundesstaates Amazonas, Wilson Lima, der Nachrichtenagentur AFP.

Nur in den USA und China sitzen mehr Menschen hinter Gittern als in Brasilien. Laut einer Statistik aus dem Jahr 2016 saßen in dem südamerikanischen Schwellenland mehr als 700.000 Straftäter ein - das waren etwa doppelt so viele, wie es Haftplätze gab.

DNA-Spuren führten Ermittler in Kalifornien nach 45 Jahren zu dem Mörder von Leslie Marie Perlov (21) und Janet Taylor (21).
js AFP

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