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Freiwillige Helfer gesucht: Acht ungewöhnliche Ehrenämter

Wer bei Ehrenamt an Beschäftigung für Senioren, denkt, liegt falsch. Viele Organisationen bieten ordentlich was für die unentgeltliche Mitarbeit: Urlaube oder LKW-Führerscheine zum Beispiel.

Freiwillige Helfer gesucht: Acht wirklich starke Ehrenämter
Biker und Retter  Das Ehrenamt für Biker: Motorrad fahren für die gute Sache beim Deutschen Roten Kreuz. So wie Henry Markowski. Neben seinem Vollzeitjob engagiert sich der begeisterte Biker bei der DRK-Zweiradstaffel und absolviert dort gerade die Ausbildung zum Rettungssanitäter.   Wer also von seinem eigenen Zweirad auf eine der speziell ausgerüsteten BMW umsteigen und zudem noch eine fundierte Sanitätsausbildung genießen möchte  - hier ist die Gelegenheit. Die ehrenamtlichen DRK-Biker werden als sogenannte First Responder eingesetzt, die noch vor den eigentlichen Rettungskräften eintreffen und die Erstversorgung sicherstellen.

Biker und Retter

Das Ehrenamt für Biker: Motorrad fahren für die gute Sache beim Deutschen Roten Kreuz. So wie Henry Markowski. Neben seinem Vollzeitjob engagiert sich der begeisterte Biker bei der DRK-Zweiradstaffel und absolviert dort gerade die Ausbildung zum Rettungssanitäter. 

Wer also von seinem eigenen Zweirad auf eine der speziell ausgerüsteten BMW umsteigen und zudem noch eine fundierte Sanitätsausbildung genießen möchte  - hier ist die Gelegenheit. Die ehrenamtlichen DRK-Biker werden als sogenannte First Responder eingesetzt, die noch vor den eigentlichen Rettungskräften eintreffen und die Erstversorgung sicherstellen.

Das Wort Ehrenamt klingt leicht verstaubt, eher wie wie ein Synonym für rührende Sinnsuche in Zeiten der Rente. Wilhelm Busch dichtete gar: "Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben." Ein Bild wie es falscher nicht sein könnte. Fast 16 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland ehrenamtlich. Rechnet man die freiwilligen Helfer hinzu, die sich nur kurz in einem Projekt engagieren, wären es doppelt so viele. Die größte Gruppe stellen nicht die Rentner, sondern die unter 65-Jährigen, hat der Deutsche Freiwilligensurvey ermittelt. Die Jüngeren würden eher bei kurzfristigen Aktionen helfen, die Älteren bringen sich langfristig ein, meinst in Vereinen. So oder so: Ohne ihre Arbeit würde das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland nicht funktionieren.

Von der Freiwilligen Feuerwehr, dem Roten Kreuz und anderen großen Organisationen über die zehntausende gemeinnützigen Vereine bis hinunter zu Projekten in der Flüchtlingshilfe oder dem Naturschutz. Der Bedarf an Helfern ist überall groß. Zwar gibt es kein Geld für den Einsatz, aber in vielen Fällen geldwerte Vorteile wie Aus- und Weiterbildungen mit echtem Mehrwert für die Berufslaufbahn. In einigen Bundesländern gewährt eine "Ehrenamtskarte" seinem Besitzern verschiedene Vergünstigungen bei Eintrittspreisen, Waren und Dienstleistungen.  

Ausbildung zum Lkw-Fahrer, Sanitäter oder Projektmanager

Noch keinen LKW-Führerschein? Den können Ehrenamtliche bei der Freiwilligen Feuerwehr kostenlos machen. Eine Ausbildung zum Projektmanager gibt es beim Technischen Hilfswerk THW. Wer einen tauglichen Hund hat, kann mit ihm zusammen beim Arbeiter Samariter Bund ASB einen Rettungshund-Lehrgang absolvieren oder beim Deutschen Roten Kreuz seinen Bootsführerschein angehen. Freiwilliges Engagement ist gefragt, darum bieten viele große Organisationen auch etwas dafür – obwohl es darum eigentlich nicht gehen sollte. Klar ist jedoch: Wer solche Vorteile mitnimmt, verpflichtet sich auch länger für den Verein.

Agenturen ordnen das Chaos auf dem Stellenmarkt

Auf dem Ehrenamts-Stellenmarkt treffen die meist willigen, doch planlosen Interessenten auf ein schwer überschaubares Angebot. Sogenannte Ehrenamtsagenturen oder Freiwilligenagenturen helfen bei der Suche. Gut 200 dieser Agenturen sind in der "Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen" kurz BAGFA organisiert. Der kürzeste Weg zu einer Beratungsstelle in der Nähe führt über die Webseite der Arbeitsgemeinschaft. Hilfe für Helfer bietet dagegen die Webseite "Start Social" Eigentlich ist sie nicht als "Ehrenamts-Suchmaschine" gedacht, doch das Stöbern durch die vielen kurz vorgestellten Projekte lohnt.

LetsAct - Das Tinder für das Ehrenamt

Der spontanere Weg zur Mithilfe führt über die App "Lets act", einer Art Ehrenamts-Tinder. Für alles gibt es eine App: für Dates, Mitfahrgelegenheiten oder die günstige Unterkunft in einer fremden Stadt. Nur für Leute, die Freude daran haben, anderen spontan zu helfen, gibt es nichts. Die beiden Start-Up-Gründer Paul Bäumler und Ludwig Petersen wollen diese Lücke füllen und erdachten "Lets Act". Eine App, auf der Vereine  ihre Hilfsgesuche einstellen können.

Hier geht es weniger um das klassische, langjährige Ehrenamt, sondern um Aufrufe zur spontanen Mithilfe. So eine Art Hilfs-Speed-Dating: Leuchtfeuer Hamburg sucht für einen Tag einen Los-Verkäufer, CleanUp-Kiel braucht am Wochenende noch Leute, die den Strand entmüllen und der Brustkrebs-Vorsorgetag fragt nach helfenden Händen bei der Betreuung der Veranstaltung. Ein Druck auf "Mitmachen" in der App und man ist dabei. Die Angebote können Freunden vorschlagen werden und über die eingebaute Chatfunktion kann man such direkt an dem Veranstalter wenden.

Bäumler und Petersen wollen das Ehrenamt "cooler" machen – und effizienter. Rund 600.000 kleine und große nicht kommerzielle Organisationen suchen laufend nach hilfsbereiten Menschen für alle Formen des freiwilligen Engagements. Sehr viele Deutsche wären auch bereit, hätten sogar vielfach gesuchte Qualifikationen, sie wüssten jedoch schlicht nicht, an wen sie sich wenden sollten. Nun ja, bis jetzt.

henlue