VG-Wort Pixel

Mönchengladbach Islamisten bildeten Kinder im Kampfsport aus


Radikale Islamisten haben in Mönchengladbach Kinder im Kampfsport trainiert. Auch Syrien-Rückkehrer waren bei den Übungen dabei - für die Polizei nur ein erneuter Versuch, Nachwuchs zu rekrutieren.

Mitglieder der salafistischen Dschihadisten-Szene in Mönchengladbach haben nach Erkenntnissen der Polizei Kindern und Jugendlichen Kampfsportunterricht erteilt. Dies ergaben Überprüfungen des polizeilichen Staatsschutzes bei einer Kampfsportschule in der niederrheinischen Stadt, wie Polizei und Stadtverwaltung am Montag mitteilten. Bei Trainern und Verantwortlichen der Kampfsportschule handelte es sich demnach um seit Jahren in der einschlägigen Szene aktive Salafisten. Einige von ihnen seien bereits vor Jahren im 2010 verbotenen Verein "Einladung zum Paradies" aktiv gewesen. Auch ein im Januar festgenommener Syrien-Rückkehrer habe sich zuletzt regelmäßig in den Räumen aufgehalten. Rund 30 bis 40 Schüler im Alter von 6 bis 18 Jahren hätten die Kurse besucht.

Der Staatsschutz hatte den Angaben zufolge Hinweise zu dem regelmäßigen Kampfsporttraining für Kinder und Jugendliche erhalten, das in einer früher als Gewerberaum genutzten Halle stattfand. "Um einer eventuell möglichen Radikalisierung der Kinder und Jugendlichen frühzeitig entgegen wirken zu können, wurde die Polizei in Zusammenarbeit mit städtischen Behörden tätig", hieß es in der Mitteilung der Behörden. Die Stadtverwaltung stellte demnach fest, dass rechtliche Vorschriften beim Betrieb der Sportschule nicht eingehalten worden waren. Die Betreiber schlossen daraufhin vor rund vier Wochen ihre Kampfsportschule.

Die Polizei Mönchengladbach bat angesichts des Falls auch weiterhin um Hinweise auf Aktivitäten von Angehörigen der "dschihadistischen Szene". Es sei mit erneuten Versuchen von Szene-Mitgliedern zu rechnen, "Kinder und Jugendliche mit einem vorgeblich attraktiven Freizeitangebot für ihre Ziele zu begeistern".

ivi/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker