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Absturz über dem Mittelmeer: "Wir werden dieses Flugzeug herunterholen": Wirbel um Graffiti auf Egyptair-Maschine

Medienberichten zufolge wurde die abgestürzte Egyptair-Maschine MS804 vor zwei Jahren von Vandalen beschmiert. Mit einem Graffiti drohten sie: "Wir werden dieses Flugzeug herunterholen".

Flugzeug der Airline EgyptAir

Ein Flugzeug der Airline Egyptair. Dies ist nicht die Unglücksmaschine.

Es ist ein unheimlicher Zufall: Die am Donnerstag über dem Mittelmeer abgestürzte Egyptair-Maschine MS 804, die auf dem Weg von Paris nach Kairo war, wurde vor zwei Jahren offenbar das Ziel von Vandalen. Sie schrieben an die Unterseite des Flugzeugs in arabischen Schriftzeichen "Wir werden dieses Flugzeug herunterholen". Das berichtet die "New York Times".

Protest-Graffiti gegen al-Sisi

Einen Zusammenhang zum Absturz gibt es dem Bericht zufolge aber nicht. Demnach stammte das Bedrohungs-Graffiti von drei Mitarbeitern des Flughafens in Kairo und war in Zusammenhang mit der damaligen politischen Lage zu sehen.

Die Registrierungsnummer des Flugzeugs lautet SU-GCC, ausgesprochen erinnern die letzten beiden Zeichen an den Nachnamen des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi. Zudem sollen die beiden Wörter "Verräter" und "Mörder" ebenfalls auf das Flugzeug geschmiert worden sein. Ähnliche Graffitis gegen al-Sisi, damals Oberbefehlshaber des ägyptischen Militärs, gab es der "New York Times" zufolge überall in Kairo, nachdem der ehemalige Präsident Mohammed Mursi entmachtet wurde.


Rätsel um Absturzursache

Bei dem Flugzeugunglück starben am Donnerstag 66 Menschen. Über die Absturzursache wird gerätselt. Ein Anschlag gilt aber als wahrscheinlicher als technische Gründe. Der Airbus A320 sei in abrupten Kurven südlich der Insel Karpathos niedergegangen, erklärte der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos. "Erst 90 Grad nach links, dann 360 Grad nach rechts". Auf der Suche nach dem Wrack wurden zwei Rettungswesten und zwei große Plastikteile im Absturzgebiet gefunden.

Das Flugzeug startete um 23.09 Uhr in Paris. Um 2.48 Uhr Ortszeit sprach der Pilot mit griechischen Fluglotsen und war nach deren Angaben in guter Stimmung. Um 3.27 Uhr schlugen Kontaktversuche zum Piloten fehl, als die Maschine an die ägyptische Flugsicherheit übergeben werden sollte. Laut Verteidigungsminister Kammenos ging der Airbus dann zwölf Minuten später aus gut 11.000 Meter Höhe in abrupten Kurven nieder und verschwand von den Radargeräten.

cf