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Entführung im Jemen: Verwirrung um deutsche Geiseln

Der jemenitische Botschafter in Deutschland macht den angehörigen der deutschen Geiseln Hoffnung: "Sehr wahrscheinlich" sei die fünfköpfige Familie noch nicht getötet worden. Von einer möglichen Freilassung ist die Rede. Die Bundesregierung bestätigte diese Meldung nicht.

Der jemenitische Botschafter in Deutschland hat sich zuversichtlich geäußert, dass die Entführung der deutschen Geiseln bald zu Ende sein wird. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die Entführer die Familie H. aus Sachsen nicht getötet hätten und es noch in dieser Woche eine Lösung geben werde. "Ich bin sehr zuversichtlich", sagte Botschafter Mohammed Al-Erjani dem "Tagesspiegel". Das gelte auch für den mit der deutschen Familie verschleppten britischen Staatsbürger.

Der Diplomat sagte, die jemenitische Regierung kenne inzwischen einige Entführer und habe deshalb über Mittelsmänner Kontakt aufnehmen können. Er deutete an, die in der Region Saada dominierenden Houthi-Rebellen wüssten, wer die Europäer in der Gewalt habe.

Einem Bericht des arabischen Fernsehsenders Al-Arabija zufolge, seien die Geiseln gar an die Rebellen übergeben worden. Diese würden kurz davor stehen, die Geiseln freizulassen. Salih Habra, der Sprecher der Bewegung, bestritt diese Berichte. Er sagte der DPA, dass die Rebellen keinerlei Informationen über das Schicksal der Geiseln hätten.

Auch die Bundesregierung stimmte dem Fernsehbericht nicht zu. "Ich kann nur sagen, dass es sich um Gerüchte handelt, die dem Krisenstab bekannt sind. Wir können sie aber nicht bestätigen", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes. Er sagte ferner, inzwischen seien die Leichen der beiden im Jemen getöteten deutschen Frauen nach Deutschland gebracht worden.

Die Entführer hatten die Ausländer, die im Dschumhuri-Krankenhaus in Saada arbeiteten, am 12. Juni während eines Ausfluges überfallen. Zwei deutsche Pflegehelferinnen und eine koreanische Lehrerin wurden bereits am ersten Tag des Geiseldramas erschossen. Zu der Entführung hat sich bislang niemand bekannt. Die Regierung verdächtigte die Houthi-Rebellen.

DPA / DPA