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Experte über gestrandeten Pinguin: "Happy Feets" Schicksal ist kein Einzelfall

Seine Magen-OP hat er überstanden und ist nun wieder auf den Beinen. Was mit dem in Neuseeland gestrandeten Kaiserpinguin jedoch weiter geschehen soll, ist immernoch unklar. Dabei ist er nicht der erste seiner Art, der in warmen Gefilden landet. Pinguin-Experte Ulrich Schürer erklärt, wie es dazu kommen kann.

Kaiserpinguin "Happy Feet", der vor kurzem tausende Kilometer von seiner Heimat Antarktis entfernt an einem neuseeländischen Strand auftauchte, ist kein Einzelfall. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa erklärt der Wuppertaler Zoodirektor und Pinguin-Experte Ulrich Schürer, warum es einige der Frackträger in andere Gefilde verschlägt - und was für fatale Folgen das haben kann.

Herr Dr. Schürer, wie passiert es denn, dass sich ein Pinguin so dermaßen verirrt?

"Er ist nicht der erste Kaiserpinguin, der in Australien oder Neuseeland gelandet ist. Manchmal verlieren sie eben die Orientierung und kommen dann irgendwo an Land, wo sie nicht sein dürften. In der Literatur gibt es da einige Nachweise. Es ist aber natürlich nicht so, dass es andauernd vorkommt. An und für sich sind die Ausflüge, die Kaiserpinguine machen müssen, um Futter zu suchen, oft hunderte Kilometer lang. Wenn sie die Gruppe und die Orientierung verlieren, sieht es schlecht aus."

Kann ein Pinguin so einen Schock verarbeiten und überleben?

"Ein Kaiserpinguin wird in Neuseeland nicht überleben. Da ist es schon gut, wenn man ihm auf die Sprünge hilft und ihn füttert. Eigentlich braucht er Temperaturen um den Gefrierpunkt oder darunter. Kurzfristig werden Kaiserpinguine höhere Temperaturen schon aushalten, aber langfristig entwickeln sich dann Pilze in der Lunge und daran gehen sie dann ein."

Wie schätzen sie die Überlebenschancen von "Happy Feet" ein?

"Das kommt darauf an, was er hat. Wenn der Magen in Ordnung ist, dann kann man ihn wieder hinkriegen und viele Jahre pflegen. Das ist schon möglich. Das hängt auch davon ab, ob er außer, dass er Sand gefressen hat, sonst noch eine massive Schädigung hat. Es spricht aber eher dafür, dass irgendetwas nicht stimmt. Das kann man von der Ferne aber schlecht beurteilen."

Interview: Holger Vieth, DPA / DPA