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Finnland: Waffenrecht ist eines der lockersten in Europa

Nur in den USA und im Jemen sind mehr Schusswaffen in Privatbesitz: Finnland liegt mit 1,6 Millionen Knarren weltweit an dritter Stelle. Auch das Waffenrecht ist eines der lockersten in Europa. Eine starke Anti-Waffen-Lobby gibt es jedoch nicht - trotz der jüngsten Massaker.

Rund 1,6 Millionen Schusswaffen befinden sich in Finnland im Besitz von Privatpersonen. 650.000 Bürger haben einen Waffenschein, das sind etwa 13 Prozent der Bevölkerung. Mit Blick auf die Gesamtzahl der Schusswaffen liegt Finnland Studien zufolge weltweit hinter den USA und Jemen an dritter Stelle. Europaweit haben nur in der Schweiz ähnlich viele Bürger Schusswaffen zu Hause.

Die Altersgrenze für deren Erwerb liegt in Finnland derzeit bei 15 Jahren, damit ist das Waffenrecht eines der lockersten in Europa. Wer zum ersten Mal eine Schusswaffe erwirbt, erhält in der Regel eine Lizenz für eine Pistole Kaliber 22. Nach dem Amoklauf an der Jokela-Schule im vergangenen November wollte die Regierung in Helsinki die Altersgrenze auf 18 Jahre heraufsetzen, ein entsprechendes Gesetz wurde bislang aber nicht verabschiedet.

Finnland: 14 Prozent aller Morde hängen mit Schusswaffen zusammen

Auch wenn nach dem Blutbad Rufe nach schärferen Regelungen laut wurden, gibt es in Finnland keine besonders starke Anti-Waffen-Lobby. Laut einer Regierungsstudie aus dem Jahr 2002 stehen nur 14 Prozent aller Morde in Finnland mit Schusswaffen in Zusammenhang. In den USA wurden nach Angaben des Statistikbüros im gleichen Jahr fast 67 Prozent aller polizeilich bekannten Morde mit Schusswaffen verübt.

AP / AP