Jemen Schleuser werfen Flüchtlinge über Bord


Brutales Vorgehen einer Schlepperbande: Weil Flüchtlinge einen Wucherpreis für eine Schiffsüberfahrt nicht zahlen konnten, warfen die Schleuser einfach 40 Flüchtlinge über Bord. Mindestens zwölf Menschen sind dabei bisher ums Leben gekommen.

Schleuser haben mindestens 40 Flüchtlinge von einem Boot vor der Küste des Jemens geworfen, weil diese nicht genug Geld für die Überfahrt zahlen konnten. Das Schiff mit insgesamt 115 Menschen an Bord hatte am vergangenen Freitag den Norden Somalias verlassen, wie das UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR am Dienstag in Genf mitteilte. Vor der Küste des Jemens hätten die Schleuser dann von den Passagieren mehr Geld verlangt, sagte UNHCR-Sprecher Ron Redmond.

Die Flüchtlinge hatten demnach bereits vor der Überfahrt jeweils 100 Dollar (77 Euro) bezahlt. Nach Angaben von Überlebenden wurden diejenigen, die nichts zusätzlich bezahlen konnten, schwer misshandelt und 40 von ihnen über Bord geworfen.

Die meisten der über Bord geworfenen Flüchtlinge seien Äthiopier gewesen, teilte das UNHCR mit. Zwölf Leichen seien bislang an die jemenitische Küste gespült worden. Ein Flüchtling starb zudem in einer Klinik in Ahwar an den Folgen der Gewalt der Schleuser. Mindestens 75 Menschen überlebten und werden jetzt vom UN-Flüchtlingshilfswerk in Ahwar betreut.

Seit Monaten steigt die Zahl der Somalier, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land in den Jemen fliehen. Immer wieder sterben Menschen bei der lebensgefährlichen Reise in überfüllten und ungeeigneten Booten. Nach UN-Schätzungen fuhren in den ersten zehn Monaten dieses Jahres mindestens 38.000 Flüchtlinge per Boot über den Golf von Aden von Somalia in den Jemen. Über 600 Menschen starben dabei oder werden vermisst.

AFP AFP

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