Jemen Tote bei Anschlag auf US-Botschaft


Terroristen haben die US-Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa angegriffen und dabei ein Blutbad angerichtet. 16 Menschen kamen bei dem Feuergefecht und der Explosion einer Autobombe ums Leben, ebenso viele wurden verletzt. Eine Terrorgruppe bekannte sich zudem Anschlag und kündigte weitere Angriffe an.

Bei einem schweren Terroranschlag auf die US-Botschaft im Jemen sind am Mittwoch mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handelt es sich nach Angaben eines Behördensprechers um sechs Polizisten, sechs Angreifer und vier unbeteiligte Zivilisten. 16 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter auch Frauen und Kinder aus Wohnhäusern, die in der Nähe der Botschaft liegen, wie Krankenhausärzte berichteten. Die Todesopfer seien bis auf eine indische Zivilistin alle Jemeniten, hieß es von den Behörden. Mitarbeiter der durch hohe Mauern geschützten Botschaft in der Hauptstadt Sanaa kamen nach Angaben eines Polizeisprechers nicht zu Schaden.

Nach Augenzeugenberichten kreisten über dem Viertel noch Stunden nach dem Anschlag Hubschrauber der Sicherheitskräfte, die nach geflohenen Angreifern suchten. Die mit Maschinenpistolen und Panzerfäusten bewaffneten Terroristen hätten Polizeiuniformen getragen und zuerst von einem fahrenden Auto aus die Wächter an einer Straßensperre unter Beschuss genommen, die rund 100 Meter von der Botschaft entfernt liegt. Anschließend seien die Angreifer mit einem zweiten Auto vor das Tor des Botschaftsgeländes gefahren. Dort sei dann in dem Fahrzeug eine Bombe explodiert. Sowohl an der Straßensperre als auch vor dem Botschaftskomplex hätten Polizisten das Feuer der Angreifer erwidert.

Terrorgruppe kündigt weitere Anschläge an

Zu dem Anschlag hat sich laut arabischen TV-Sender Al-Arabija eine Gruppe namens Islamischer Dschihad im Jemen bekannt. Die mutmaßlichen Urheber der Tat hätten weitere Anschläge in der Golfregion angekündigt, berichtete der Fernsehsender. Zudem forderten sie den jemenitischen Präsidenten auf, Mitglieder ihrer Gruppe aus dem Gefängnis zu entlassen. Die Echtheit der Erklärung konnte zunächst nicht überprüft werden.

In dem Land an der Südspitze der arabischen Halbinsel hat es in diesem Jahr eine ganze Reihe von Anschlägen militanter Islamisten gegeben. Im März verfehlte eine Granate die US-Botschaft in Sanaa und verletzte 13 Mädchen in einer nahe gelegenen Schule. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe mit Verbindungen zu al Kaida. Nach einem Angriff auf eine Wohnanlage ordnete die US-Regierung im April an, dass der Großteil ihrer Mitarbeiter das Land verlassen solle. Im Oktober 2000 hatten Al-Kaida-Terroristen das amerikanische Kriegsschiff "USS Cole" im Golf von Aden angegriffen und 17 Marinesoldaten getötet.

Die US-Botschaft in Sanaa gehört zu einem der am besten gesicherten Gebäude des arabischen Landes, in dem die Familie des Al-Kaida-Anführers Osama bin Laden ihre Wurzeln hat. Erst am vergangenen Wochenende hatte Michael Vickers, ein hochrangiger Beamter des US-Verteidigungsministeriums, den Jemen besucht. Nach Angaben der Botschaft lobte er bei Gesprächen mit jemenitischen Regierungsbeamten die jüngsten Maßnahmen, durch die "gefährliche Terrorgefahren im Jemen gebannt wurden".

Im August hatte das Außenministerium in Washington die Abreise mehrerer Mitarbeiter der US-Botschaft in Sanaa und die Ausreise von Angehörigen der Diplomaten angeordnet. Diese Weisung war jedoch wenige Tage später wieder aufgehoben worden.

Reuters/DPA DPA Reuters

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