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Flüchtlinge auf Lampedusa: Suche nach Überlebenden der Flüchtlingstragödie geht weiter

Die Küstenwache von Italien und Malta sucht weiter nach Überlebenden der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa. Wie das Hafenamt der italienischen Mittelmeerinsel am Donnerstag bestätigte, stieg die Zahl der Geretteten inzwischen auf 53.

Die Hoffnung, weitere Überlebende bergen zu können, sei hingegen gering. "Aber man darf nichts unversucht lassen", erklärte der Kommandant der Küstenwache, Pietro Carosia. "Unsere Hoffnung ist es, vielleicht noch jemand zu finden, der sich an einem Wrackteil festklammern konnte".

Die Behörden befürchten, dass beim Kentern eines libyschen Flüchtlingsschiffes in der Nacht zum Mittwoch zwischen Malta und Lampedusa bis zu 250 Menschen ertrunken sind. Der nur 13 Meter lange Kahn war nach zwei- bis dreitägiger Seereise völlig überladen in einen schweren Sturm geraten. Die Geretteten wurden nach Lampedusa gebracht und dort versorgt. Sie sollten am Donnerstag in ein Auffanglager in Italien verlegt werden. Die Opfer stammten aus Eritrea, Somalia, Schwarzafrika und der Elfenbeinküste, berichtete das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR.

Seit Beginn der Unruhen in Nordafrika erreichten nach Angaben des italienischen Innenministeriums mehr als 22 000 vorwiegend tunesische Flüchtlinge die Insel. Auch aus Libyen fliehen immer mehr Menschen in Richtung Italien. Der italienische Innenminister Roberto Maroni hatte am Dienstag in Tunis mit der dortigen Regierung eine stärkere Kontrolle der tunesischen Küste vereinbart. Die Übereinkunft sollte am Donnerstag im Parlament in Rom präsentiert werden.

Die 20 Quadratkilometer große Insel Lampedusa liegt nur 130 Kilometer von der tunesischen Küste entfernt und ist daher schon seit langem ein "Tor nach Europa" für viele Verzweifelte aus Afrika.

DPA / DPA