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Lampedusa übervölkert: Berlusconi will Flüchtlingsstrom bekämpfen - mit Geld

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi will das Problem der tunesischen Flüchtlinge auf Lampedusa nun an der Wurzel packen. Berlusconi kündigte ferner finanzielle Hilfen für Tunesien an, damit das Land seine Küsten wirksam kontrollieren könne.

Eine italienisch-tunesische Kommission soll sich mit dem Problem der von Nordafrika nach Europa flüchtenden Einwanderer befassen. Eine bilaterale "technische Kommission" solle das Thema angehen, kündigte Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi am Montag bei einem Besuch in Tunesien an. Dort hatte er sich mit mehreren Vertretern der tunesischen Übergangsführung getroffen, darunter Interimspräsident Foued Mebazaa und Interimsregierungschef Béji Caïd Essebsi.

Berlusconi kündigte ferner finanzielle Hilfen für Tunesien an, damit das Land seine Küsten wirksam kontrollieren könne. Details nannte er nicht. Derzeit dränge das Problem der vielen jungen Tunesier, die in Italien seien und nach Europa einwandern wollten, sagte Berlusconi. Erst in der Nacht zu Sonntag seien 800 tunesische Einwanderer in Italien gelandet. Die Rückführung der Tunesier werde auf "zivilisierte Weise" geschehen, versicherte der italienische Regierungschef.

In den vergangenen Tagen und Wochen waren die Spannungen zwischen Italien und Tunesien gewachsen. Rom wirft den tunesischen Behörden vor, nichts gegen die Abfahrt der Flüchtlingsboote aus Tunesien zu unternehmen, die vor allem die Insel Lampedusa anfahren, und sich nicht an die Abkommen zur Rückführung der Migranten zu halten. Die tunesische Seite erklärt dagegen, anlässlich des Besuchs zweier italienischer Minister in Tunesien Ende März seien keine entsprechenden Abkommen unterzeichnet worden.

DPA / DPA