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Gerd Müller: "Hürriyet" macht Merkels Minister zum Bomber der Nation

Vom Fußballweltmeister zum Entwicklungsminister: Die türkische Zeitung "Hürriyet" hat Merkels neuen Ressortchef Gerd Müller verwechselt und ihm einen außergewöhnlich sportlichen Lebenslauf verpasst.

Von Marc Drewello

Zum Verwechseln ähnlich? Eigentlich nicht! Gerd Müller (l.) und Gerd Müller (r.)

Zum Verwechseln ähnlich? Eigentlich nicht! Gerd Müller (l.) und Gerd Müller (r.)

Zugegeben, auch viele heimische Journalisten mussten nach der Berufung von Gerd Müller zum Entwicklungshilfeminister erstmal kräfitg googeln, um herauszufinden, wer der neue in Merkels Kabinett eigentlich ist. Die Kollegen der "Hürriyet" haben sich allerdings bei ihrer Suche gehörig verlaufen: Die türkische Zeitung berichtet in ihrer Europa-Ausgabe über den CSU-Politiker - und verwechselt ihn dabei mit Deutschlands Fußballlegende Gerd Müller.

Der Lebenslauf, den Merkels Müller von "Hürriyet" zugeschrieben bekommt, ist imposant: "Geboren 1945, früher Star der deutschen Nationalmannschaft und von Bayern München. Torschützenkönig der Nationalmannschaft", schreibt das Blatt über den Minister. Und nach der Sportlerkarriere nun der politische Siegeszug? Von wegen! Die eindrucksvollen Errungenschaften entstammen der Biografie von Gerd Müller, dem "Bomber der Nation".

Konkurrenz spottet

Bei genauer Recherche hätte der Fehler eigentlich auffallen müssen. Während Fußball-Müller schon in seiner aktiven Zeit mit dem Spitznamen "kleines dickes Müller" leben musste, ist Politik-Müller eher ein langer Schlacks, zehn Jahre jünger als sein sportlicher Namensvetter und heißt eigentlich Gerhard. Die einzigen Gemeinsamkeiten von Müller und Müller sind ihre Nachnamen und ihre schwäbischen Wurzeln.

Das Eigentor brachte der Zeitung auch noch den Spott der Konkurrenz ein: "Nachdem Hürriyet sich von ihrem Chefredakteur und professionellen Nachrichtenressort getrennt hat, häufen sich solche peinlichen Fehler in letzter Zeit und sorgen für negative Aufmerksamkeit", kommentierte die Zeitung "Sabah" nach Angaben der "Deutsch Türkischen Nachrichten" die Verwechslung.

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