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Ermittlungen zum Tatmotiv: Copilot hatte offenbar Angst vor Lizenzverlust

Die ganze Welt fragt sich, was den Germanwings-Copiloten zu seiner Tat motiviert hat. Nach ersten Ermittlungen erhärtet sich nun ein Anfangsverdacht: Er hatte Angst, nicht mehr fliegen zu dürfen.

Copilot Andreas L. fürchtete offenbar, seine Flugtauglichkeit zu verlieren

Copilot Andreas L. fürchtete offenbar, seine Flugtauglichkeit zu verlieren

Was trieb den Copiloten dazu, den Germanwings-Airbus zum Absturz zu bringen? Immer wahrscheinlicher wird nun ein Motiv, über das in den letzten Tagen bereits spekuliert wurde: Andreas L. hatte Angst um seine Pilotenlizenz. Ein Ermittler erklärt gegenüber der BILD-Zeitung: "Ein Hauptmotiv für uns ist derzeit, dass Lubitz offenbar Angst hatte, wegen seiner medizinischen Probleme die Flugtauglichkeit zu verlieren."

Bei mehreren Ärzten in Behandlung

Wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gestern mitteilte, befand sich Andreas L. bereits vor Jahren wegen Suizidgefährdung in psychotherapeutischer Behandlung. Zuletzt hatte sich sein Zustand offenbar wieder verschlechtert: Wegen gesundheitlicher Probleme war er mehrfach in ärztlicher Behandlung, zwischen Februar und dem 10. März dieses Jahres alleine drei Mal in der Uniklinik Düsseldorf. Laut Angaben der BILD wollte Andreas L. eine Auszeit, gleichzeitig aber keine Krankschreibung ausgestellt bekommen - denn diese hätte seine Fluglizenz gefährden können. Um eine psychiatrische Diagnose zu vermeiden, soll er zeitgleich bei mehreren Medizinern in Behandlung gewesen sein.

Die heiße Spur zum Tatmotiv ist ein erstes Ergebnis des größten deutschen Polizeieinsatzes seit Jahren, der sogenannten Soko "Alpen": 100 Beamte beleuchten die Lebensumstände von Andreas L. und sammeln deutschlandweit Indizien zur Identifizierung der 75 deutschen Absturz-Opfer. Die Hälfte der Ermittler ist als Mordkomission im Einsatz und befasst sich vorrangig mit der Erforschung des Tatmotivs. Dazu werden Zeugen aus dem persönlichen Umfeld des Copiloten befragt. Unterstützt werden die Polizisten von vier französischen Spezialisten. Unter anderem stellten die Beamten in der Düsseldorfer Wohnung des Tatverdächtigen bereits Beweise für dessen "psychosomatische Erkrankung" sicher.

DNA-Spuren, Fotos und Fingerabdrücke

50 weitere Ermittler sind mit der Identifizierung der deutschen Opfer beauftragt. Sie kontaktieren Angehörige, um DNA-Spuren, Fotos und Fingerabdrücke mit den Funden der französischen Behörden abzugleichen.

tim
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