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Tod unter Vollnarkose: Angst vor Zahnarzt-OP wird 18-Jährigem zum Verhängnis

Aus Angst vor der aufwendigen Wurzelbehandlung wollte ein 18-Jähriger in Hamburg nur unter Vollnarkose operiert werden. Nach zehn Stunden war er tot. Die herbeigerufenen Notärzte erheben schwere Vorwürfe.

Zahnarzt-Operation: In Hamburg starb ein junger Mann während der Narkose

Vier Wurzelbehandlungen, sechs Kronen, 24 Füllungen: Die Zähne von Dominik A. aus Hamburg sollten komplett saniert werden (Symbolbild)

Tragisches Ende einer Zahn-Operation in Hamburg: Der 18-Jährige Dominik A. starb am vergangenen Freitag nach einem mehrstündigen Eingriff unter in einer Zahnarztpraxis im Stadtteil Altona. Als die herbeigerufenen Notärzte eintrafen, war es bereits zu spät. Die Versuche, den Patienten zu reanimieren, schlugen fehl. Jetzt ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft. Das berichten übereinstimmend die "Hamburger Morgenpost" und das "Hamburger Abendblatt."

Demnach seien die Zähne des 18-Jährigen in einem dermaßen schlechten Zustand gewesen, dass mehrere Wurzelbehandlungen nötig waren, zudem seien Füllungen und Kronen eingesetzt worden. Doch weil der Patient panische Angst gehabt habe, soll  er auf eine Vollnarkose bestanden haben, sagte die Zahnärtzin gegenüber beiden Zeitungen aus. Seine Angst sei auch der Grund gewesen, den Eingriff in einem Stück durchzuführen: "Mehrere kleine Eingriffe hätte er leider nicht mitgemacht, also mussten wir das an einem Stück machen", sagte die Zahnärztin gegenüber der " ". 

Zahnärztin verteidigt sich

Offensichtlich sei die Operation zunächst planmäßig und ohne Komplikationen verlaufen. Doch am späten Nachmittag sei der Puls des Patienten immer schwächer geworden. Der Anästhesist habe Rettungsmaßnahmen mit Medikamenten und am Ende mit einer Herzmassage eingeleitet, bevor schließlich der Notarzt gerufen worden sei. Doch da war es bereits zu spät. Im Krankenhaus sei nur noch der Tod von Dominik A. festgestellt worden.

"Dieser tragische Todesfall hat sicher nichts mit der Zahnbehandlung zu tun, sondern muss mit der Narkose zusammenhängen", zitiert das die Ärztin. Sie gab weiter an, dass ein erfahrener Anästhesist im Einsatz war und dass die Vitalfunktionen überwacht worden seien. Sie gehe davon aus, dass der junge Mann ein gesundheitliches Problem hatte, das den Ärzten nicht bekannt war.

Zweifel an den Aussagen der Zahnärztin

An dieser Version gibt es allerdings Zweifel. So sollen die Notärzte schwere Vorwürfe erheben. Demnach seien sie zu spät alarmiert worden, es seien durch den Anästhesisten "nicht nachvollziehbare Maßnahmen" eingeleitet worden und es soll zudem keine EKG-Überwachung gegeben haben, berichtet die "Hamburger Morgenpost". Es gebe Hinweise, dass die Leichenstarre bereits eingesetzt habe, als die Notärzte eintrafen, berichtet das "Abendblatt."Heute soll der Leichnam des jungen Mannes obduziert werden. "Je nach Ergebnis wird sich zeigen wie wir weiter ermitteln", heißt es bei der .