HOME

Asylrecht: Bremens Clanchef Ibrahim Miri: Bundesamt kündigt beschleunigte Bearbeitung seines Asylantrags an

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat eine schnelle Bearbeitung des Asylantrags angekündigt, den der nur wenige Wochen nach seiner Abschiebung zurückgekehrte Clanchef Ibrahim Miri eingereicht hat.

Miri-Clanchef: Schnelle Bearbeitung seines Asylantrags angekündigt

Einem Mitglied des Miri Clans werden im Prozess um unerlaubten Betäubungsmittelhandel im Saal des Landgerichts in Bremen von einem Justizbeamten die Handschellen abgenommen. Nach der illegalen Einreise des erst kürzlich in den Libanon abgeschobenen Clan-Mitglieds bemühen sich mehrere Behörden bundesweit, die Sache schnell zu einem Ende zu bringen.

DPA

Eine zügige Prüfung und Bearbeitung des Asylantrags des nach Deutschland zurückgekehrten Clanchefs Ibrahim Miri hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) angekündigt. "Wir werden seinen Antrag mit der gebotenen Beschleunigung prüfen – immerhin handelt es sich um einen Schwerkriminellen, dem die Wiedereinreise untersagt worden war", sagte Bamf-Chef Hans-Eckhard Sommer der "Bild am Sonntag".

Ich sage aber auch: Asyl ist ein Grundrecht, deshalb werden wir auch diesen Antrag entsprechend allen rechtlichen Vorgaben sorgfältig prüfen", fügte Sommer hinzu. Wie die "BamS" weiter berichtete, reiste das kriminelle Oberhaupt des libanesischen Miri-Clans nach eigenen Angaben mit Hilfe von Schleppern illegal aus dem Libanon nach Deutschland ein. Das geht dem Bericht zufolge aus Miris dreiseitigem Asylantrag hervor, den sein Rechtsanwalt am 30. Oktober per Fax bei der Bremer Außenstelle des Bamf stellte und der dem Blatt nach dessen Angaben vorliegt. Darin heißt es, Miri habe sich "mit Hilfe von Helfern" einen Pass verschafft und sei "heimlich über Syrien in die Türkei" eingereist. Aus der Türkei sei es ihm gelungen, "mit Hilfe von Schleppern auf dem Landweg in die Bundesrepublik Deutschland" einzureisen.

Konflikt zwischen Miri-Clan und El-Zein-Familie

Miri plädiere auf "subsidiären Schutz", berichtete die Zeitung weiter unter Berufung auf den Asylantrag. Er sei demnach unverschuldet in einen "Blutrachekonflikt aus der Vergangenheit" zwischen dem Miri-Clan und dem rivalisierenden El-Zein-Clan geraten, der auf eine Messerstecherei 2006 in einem Bremer Lokal zurückgehe. Damals wurde dem Bericht zufolge ein Neffe Ibrahim Miris getötet. 2009 erschoss demnach ein Angehöriger des Miri-Clans aus Vergeltung einen als Mittäter verurteilten Angehörigen des El-Zein-Clans in Schwanewede. Nach Miris Angaben sollen die libanesischen Hisbollah-Milizen den El-Zein-Clan unterstützen und Ibrahim Miri persönlich für den Rachemord verantwortlich machen.

km / AFP