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Jahrestag des Massakers von 1995: In Srebrenica wurden weitere 35 Opfer des Völkermords beigesetzt

Im bosnischen Srebrenica wurden 23 Jahre nach dem Massaker am Jahrestag weitere 35 Opfer beerdigt. Zehntausende gedachten der Toten.

srebrenica

Eine Angehörige trauert im bosnischen Srebrenica um die Opfer des Massakers. 

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Bis zu 40.000 Menschen haben offiziellen Angaben nach am Mittwoch im bosnischen Srebrenica des Massakers an der muslimischen Bevölkerung vor 23 Jahren gedacht. Angehörige der im Juli 1995 getöteten Männer und Jungen sowie viele andere Trauernde kamen nach einem Bericht der "Salzburger Nachrichten" an der Gedenkstätte Potocari zusammen, um der Beisetzung von weiteren 35 Opfern beizuwohnen, welche vergangenes Jahr identifiziert wurden. Das jüngste der beigesetzten Opfer war dem Blatt zufolge im Juli 1995 erst 15 Jahre alt, das älteste Opfer 77 Jahre.

8000 Männer und Jungen starben in Srebrenica

Bosnisch-serbische Milizen hatten während des Bosnienkriegs in Srebrenica innerhalb weniger Tage im Juli 1995 etwa 8000 muslimische Männer und Jungen zusammengetrieben und getötet. Das Massaker in der ostbosnischen Stadt ging als folgenschwerstes Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die Geschichte ein. Vom UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wurde es als Völkermord eingestuft.

Schlecht ausgerüstete niederländische UN-Soldaten hatten keinen Widerstand geleistet, als die bosnisch-serbischen Truppen anrückten. Einem UN-Bericht zufolge überließen die niederländischen Soldaten alle Beobachtungsposten und Sperren widerstandslos den bosnischen Serben. Diese sonderten anschließend alle muslimischen Männer und Jungen aus und töteten sie in Massenhinrichtungen.

In früheren Jahren waren bislang etwa 6500 Massakeropfer begraben worden, viele Menschen gelten immer noch als verschollen.


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rös/and / AFP