Gespräch "Gemeinsames Abendmahl entsprach Kirchenrecht"


"Gemeinsames Abendmahl entsprach Kirchenrecht"

Nach dem von der katholischen Kirche verbotenen gemeinsamen Abendmahl rechnet der Priester Gotthold Hasenhüttl nicht mit disziplinarischen Maßnahmen. "Die Messe entsprach dem katholischen Kirchenrecht", sagte der emeritierte Theologieprofessor in einem dpa-Gespräch. Es habe sich nicht um eine gemeinsame Zelebration gehandelt, bei der ein evangelischer Pfarrer die Wandlungsworte bei der Eucharistie mitsprechen würde. Er habe lediglich die evangelischen Christen zur Kommunion eingeladen.

Früher häufiger gemeinsam gefeiert

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) seien Katholiken häufig zum evangelischen Abendmahl gegangen, ohne dass dies zu Sanktionen geführt hätte. "Wir haben das in Tübingen oft gemacht, und ich habe dabei sogar meine Stola als katholischer Priester getragen", erinnert sich der 69-Jährige. Erst später sei dies nicht mehr möglich gewesen.

"Anstoß für das gesamte Kirchenvolk"

Der gebürtige Österreicher, der seit 30 Jahren in Saarbrücken lebt, erhofft sich von der gemeinsamen Abendmahlsfeier in der Berliner Gethsemane-Kirche am Rande des Ökumenischen Kirchentags einen Anstoß für das gesamte Kirchenvolk. Hasenhüttl verwies darauf, dass sich in Umfragen 88 Prozent der Katholiken für ein gemeinsames Abendmahl ausgesprochen hätten.

Die theologischen Argumente des Vatikans lässt Hasenhüttl nicht gelten. Bereits vor zwei Jahren habe Rom den chaldäisch-ostsyrischen Ritus anerkannt, obwohl der Text in wichtigen Teilen von der katholischen Fassung abweicht. Dies müsse auch Auswirkungen auf eine Anerkennung des evangelischen Abendmahls durch den Vatikan haben.

DPA

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