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Gestrandet in Abu Dhabi: Junge steckt wegen Flugangst monatelang fest

Seine Furcht vor Reisen wurde ihm zum Verhängnis: Weil ein englischer Junge vor Flügen immer wieder Panikattacken bekam, strandete er in Abu Dhabi. Erst ein Hypnotiseur half ihm zurück in die Heimat.

Diese Krankheit wurde richtig teuer: 40.000 Pfund - umgerechnet rund 47.000 Euro - mussten die Eltern von Joe Thompson laut der britischen Zeitung "Daily Mail" ausgeben, um die Flugangst ihres 18-jährigen Sohns zu heilen. Die entwickelte sich für den Schuljugen aus Weston-super-Mare nahe Bristol zu einem nicht enden wollenden Alptraum. Eineinhalb Jahre musste er im Golfstaat Abu Dhabi ausharren, weil er kein Flugzeug besteigen konnte.

Ursprünglich hätte der Junge, dessen Vater Tony für eine Weile in einem Privatkrankenhaus in Abu Dhabi arbeitete, schon im Juni 2012 mit seiner Familie die 4500 Meilen lange Reise nach Großbritannien antreten sollen. Doch immer, wenn Thompson ein Flugzeug betreten wollte, überfielen ihn Panikattacken und er brach in Tränen aus - vier Versuche, den Jungen in die Heimat zu bringen, scheiterten. Die akute Flugangst verblüffte reihenweise Ärzte und Psychiater, schließlich hatte der Junge laut "Daily Mail" zuvor selbst bei Langstreckenflügen nie Probleme. Nach und nach summierten sich so die Rechnungen für ärztliche Untersuchungen und stornierte Flugtickets. Um in der monatelangen Wartezeit Geld zu sparen, wohnte der Junge mit seinem Vater bei Freunden.

Schließlich versuchten die verzweifelten Eltern sogar, die Ausreise über ein Frachtschiff durch den Suezkanal und das Mittelmeer nach Großbritannien zu organisieren. Doch die Überfahrt scheiterte an den Behörden in Saudi-Arabien, von wo aus die Fahrt hätte starten sollen. Sie verweigerten hartnäckig ein Ausreisevisum.

Die Rettung brachte am Ende ein Hypnotiseur, der den Jungen in einen beruhigenden Trance-Zustand versetzte und ihm über einen heiklen Moment kurz nach dem Abheben hinweghalf. "Es gab kein Ereignis, was die Angst auslöste. Sie kam einfach so und war sehr heftig", berichtete sein Vater der Zeitung.

Am frühen Morgen landete Thompson, der sich nun zum Studium an der Churchill Academy in Wales einschreiben will, mit seinem Vater am Flughafen London Heathrow. "Ich bin so glücklich, wieder zu Hause zu sein", sagte er erleichtert. "Ich kann nicht glauben, wie kalt es hier ist."

AS