Der am Timmendorfer Strand gestrandete Wal ist frei. Experten kämpften tagelang um sein Leben. Alle Entwicklungen im stern-Newsblog.
An der schleswig-holsteinischen Ostseeküste haben Dutzende Helferinnen und Helfer um das Leben eines Buckelwals gekämpft. Das Tier war auf einer Sandbank gestrandet und hatte sich aus eigener Kraft nicht befreien können – in der Nacht zum Freitag schaffte der Wal es dann.
Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im stern-Newsblog:
Wichtige Updates
Kai Müller
Auch die letzten Handwerker und Helfer packen nun zusammen. Die ersten Begleitschiffe des Wals kommen langsam zurück. Alle scheinen sich zu freuen. Über den Weg des Wals und auch über die nachlassende Anspannung. Ein guter Start ins Wochenende.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Daniel Wüstenberg
Der an der Wahlrettung beteiligte Meeresbiologe Robert Marc Lehmann äußert sich bei Instagram zur Rettung des Tieres. „Aufgeben ist keine Option“, heißt es in dem Post vom Abend. „Ich habe mein Leben lang für diesen Tag trainiert und bin genau deswegen Meeresbiologe geworden.“ Am Morgen zeigt er sich überglücklich. Der Wal schwimme im Zickzack durch die Lübecker Bucht. Mit Booten müsse versucht werden, vorsichtig vor den Wal zu fahren, und eine „Barriere“ zur Küste zu bilden, damit er nicht erneut in flaches Wasser gerät. Alles müsse langsam passieren.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Daniel Wüstenberg
Nach Auskunft der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die sich an der Eskorte beteiligt, wurde der Wal seit 20 Minuten nicht mehr von den Schiffen aus gesehen. Die Experten werten dies als gutes Zeichen. Das Tier setzt seinen Weg fort.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Carsten Manheimer von Sea Shepard sagt dem stern auf die Frage, ob man es verhindern könne, dass erneut Buckwelwale in der Lübecker Bucht stranden:
„Mir fällt keine sinnvolle Möglichkeit ein, um Wale daran zu hindern, erneut in die Bucht oder gar in die Ostsee zu schwimmen. Das Problem ist nicht der Wal, der hineinschwimmt, sondern oftmals die menschengemachten Veränderungen der Ostsee. Stellnetze, die überall und fast zu jeder Jahreszeit aufgestellt werden, stellen eine große Gefahr dar. Auch dieser Buckelwal hatte sich zuvor in einem Stellnetz verfangen und dieses energieraubend hinter sich hergezogen. Er musste davon befreit werden, aber es ist möglich, dass er erst durch das Netz in die schwierige Lage gekommen ist.“
„Mir fällt keine sinnvolle Möglichkeit ein, um Wale daran zu hindern, erneut in die Bucht oder gar in die Ostsee zu schwimmen. Das Problem ist nicht der Wal, der hineinschwimmt, sondern oftmals die menschengemachten Veränderungen der Ostsee. Stellnetze, die überall und fast zu jeder Jahreszeit aufgestellt werden, stellen eine große Gefahr dar. Auch dieser Buckelwal hatte sich zuvor in einem Stellnetz verfangen und dieses energieraubend hinter sich hergezogen. Er musste davon befreit werden, aber es ist möglich, dass er erst durch das Netz in die schwierige Lage gekommen ist.“
„Das Problem ist nicht der Wal, der hineinschwimmt, sondern oftmals die menschengemachten Veränderungen der Ostsee“Carsten Manheimer
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Daniel Wüstenberg
Begleitet wird der Wal unter anderem vom Küstenwache-Schiff "Fehmarn". Dessen Position lässt sich bei "marinetraffic.com" live verfolgen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Hier am Timmendorfer Strand gehen die aufregenden Tage langsam zu Ende: Die Bagger rücken ab. Stück für Stück wird alles abgebaut. Am sonnigen Strand geben Bürgermeister und Experten Interviews. Ab und an schauen Menschen mit Ferngläsern in Richtung der Schiffe, die den Wal eskortieren.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Der Bürgermeister von Timmendorfer Strand geht allein für seine Gemeinde von Kosten in Höhe von 40.000 Euro für die Walrettung aus. Ministerpräsident Daniel Günther habe ihm zugesagt, dass das Land Schleswig-Holstein dafür aufkomme. Hinzu kommen Personal- und Materialkosten für Polizei, Küstenwache, DLRG und weiter Instititutionen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Ich hatte eben die Gelegenheit, noch einmal mit Walexpertin Stephanie Groß zu sprechen: „Der Wal war fit genug, allein hier herauszuschwimmen. Ein sehr gutes Zeichen. Er hat aber immer noch ein Stück Seil im Maul und sehr kranke Haut“, sagt sie. Zurückkommen werde er eher nicht, aber es könne natürlich sein, dass er schwächelt und sich woanders im seichten Gebiet ablegt. „Alles in allem ist es aber gerade ein Grund zur Freude.“
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Daniel Wüstenberg
Der Wal ist den Experten zufolge auf dem Weg in Richtung Norden und derzeit auf Höhe Neustadt an der Ostsee. Dort soll die Gefahr eines erneuten Strandens wegen der Wassertiefe gering sein. Auf jeden Fall schwimmt das Tier in die richtige Richtung. Das Ziel ist, dass der Wal Fehmarn passiert, um dann seinen Weg Richtung Norden fortzusetzen und nördlich von Dänemark durch das Skagerrak wieder in die Nordsee zu gelangen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Daniel Wüstenberg
Eine Frage, die bei aller Freude auch die stern-Redaktion erreicht: Wer zahlt eigentlich für den aufwendigen Rettungseinsatz? Die Kollegen vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) haben sich einmal erkundigt:
Wer die Kosten am Ende tragen werde, ist laut Bürgermeister Partheil-Böhnke unklar. Zunächst habe seine Gemeinde aber entschieden, die Einsätze rund um den Buckelwal zu bezahlen. Wie hoch die Kosten am Ende sind, kann er bisher nicht beziffern. „Ich würde das ungern finanziell ausdrücken. Es geht jetzt darum, das Tier zu retten. Da sind die finanziellen Auswirkungen eher von untergeordneter Bedeutung“, sagt er dem NDR. „Aber natürlich ist das ein Posten, der unseren Haushalt belastet.“
Wer die Kosten am Ende tragen werde, ist laut Bürgermeister Partheil-Böhnke unklar. Zunächst habe seine Gemeinde aber entschieden, die Einsätze rund um den Buckelwal zu bezahlen. Wie hoch die Kosten am Ende sind, kann er bisher nicht beziffern. „Ich würde das ungern finanziell ausdrücken. Es geht jetzt darum, das Tier zu retten. Da sind die finanziellen Auswirkungen eher von untergeordneter Bedeutung“, sagt er dem NDR. „Aber natürlich ist das ein Posten, der unseren Haushalt belastet.“
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Der Wal – weiterhin begleitet von Schiffen – ist jetzt etwa zwei Kilometer vor der Küste. Er setzt seinen Weg in Richtung Dänemark fort.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Daniel Wüstenberg
Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat die frohe Kunde bereits erreicht. Er ist happy und bedankt sich noch einmal bei den Retterinnen und Rettern des Wals.
„Ich habe mich natürlich darüber gefreut, ich bin ja gestern auch vor Ort gewesen, um mich mal bei allen zu bedanken, die dort mitgeholfen haben“Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) im WDR
Über die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer etwa von Feuerwehr und DLRG und die Umweltschützer und Wissenschaftler vor Ort sagt Günther: "Ich glaube, die haben sich jetzt alle darüber gefreut, dass alles Buddeln jetzt geholfen hat, dass der Kanal jetzt frei war und der Wal offenkundig wieder ins tiefere Gewässer gekommen ist."
Nun komme es darauf an, ob der Meeressäuger den "richtigen Weg" finde, denn er müsse noch von der Ostsee in die Nordsee gelangen. Günther, der bereits gesten die Hilfe des Landes zugesichert hatte, sagt: "Mal gucken, ob wir ihn dabei begleiten müssen und ihm raushelfen müssen, angeboten haben wir es, aber jetzt ist er erst mal nicht mehr am Strand zu sehen."
Nun komme es darauf an, ob der Meeressäuger den "richtigen Weg" finde, denn er müsse noch von der Ostsee in die Nordsee gelangen. Günther, der bereits gesten die Hilfe des Landes zugesichert hatte, sagt: "Mal gucken, ob wir ihn dabei begleiten müssen und ihm raushelfen müssen, angeboten haben wir es, aber jetzt ist er erst mal nicht mehr am Strand zu sehen."
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Wal schwimmt vor Timmendorf, Schiffe begleiten ihn
Der Wal ist wieder vor Timmendorf, ich sehe ihn hier vom Strand aus. Er schwimmt in Richtung offene See, begleitet von acht Schiffen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Thomas Krause
Der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, spricht an der Promenade mit Journalistinnen und Journalisten.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
DPA