H5N1 Vogelgrippe-Virus in Sachsen hochansteckend


Nach ersten Untersuchungen einer an Vogelgrippe erkrankten Ente im Landkreis Görlitz ist klar: Es handelt sich um eine hochansteckende Virusvariante, an der auch Menschen erkranken können. Mittlerweile wurde um den betroffenen Hof ein Sperrbezirk eingerichtet.

In Deutschland ist erstmals in diesem Jahr die hoch ansteckende Form der Vogelgrippe wieder ausgebrochen. "Es handelt sich bei dem Geflügelpestvirus um die gefährliche Variante des Vogelgrippevirus", sagte Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Ostseeinsel Riems im Gespräch mit stern.de.

Die betroffene Farm im sächsischen Landkreis Görlitz wurde abgesperrt, 1400 Tiere vorsorglich getötet, darunter 700 Gänse. Bei Vögeln anderer Geflügelhalter innerhalb eines Sperrbezirks von drei Kilometer Radius seien weitere Proben genommen worden. Ein zehn Kilometer großer Bereich um den Betrieb gelten als Beobachtungszone. Hier dürfen andere Geflügelbestände nur noch in Ställen gehalten werden.

Beobachtungszone und Sperrbezirk werden erst dann wieder aufgehoben, wenn 15 beziehungsweise 21 Tage lang kein weiterer Vogelgrippefall auftritt. "Wir überprüfen nun, ob die Risikobewertung für Deutschland heraufgesetzt wird", sagte Elke Reinking. "Das hängt auch davon ab, wie das Virus eingeschleppt worden sei." Die Untersuchungen werden noch einige Tage dauern. Das endgültige Ergebnis erwartet Reinking nächste Woche. Das Vogelgrippe-Risiko für Deutschland war im April auf "mäßig" herabgestuft worden. Als Infektionsquelle kommen unter anderem illegal eingeführte infizierte Tiere oder Abfälle und Wildvögel in Betracht.

Gefahr für den Menschen?

Zuletzt war die Vogelgrippe im vergangenen Dezember bei einem privaten Hühnerhalter im Land Brandenburg aufgetreten. Außerdem wurde das Virus im vergangenen Jahr bei sieben Wildvögeln festgestellt.

Vogelgrippe wird von dem Virus H5N1 ausgelöst. Dieser Keim gehört zur Gruppe der Grippeviren, genauer: zu den Influenza-A-Viren. Wissenschaftler befürchten, dass das aggressive H5N1-Virus mutieren und dann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Dies könnte zu einem massenhaften Ausbruch der Krankheit führen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich bereits etwa 390 Menschen infiziert, für 245 endete das tödlich. Sie hatten sich an Tieren angesteckt. In Deutschland wurde noch kein Fall gemeldet.

"Menschen sind nicht gefährdet", sagte Reinking. Nur bei sehr engem Kontakt, besteht die Möglichkeit einer Übertragung. Im fernen Osten, wo Mensch und Tier häufig eng miteinander leben, sind dennoch bereits zahlreiche Menschen an einer H5N1-Infektion gestorben.

nis/AFP/AP/Reuters AP Reuters

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