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Haft in Kenia: Pirat fordert Schadenersatz von Deutschland

Mohamed A. war im Golf von Aden von Marinesoldaten festgenommen worden, nachdem er versucht hatte, einen deutschen Containerfrachter zu überfallen. Jetzt klagt er auf Wiedergutmachung in Form von 10.000 Euro. In der Klageschrift begründet er seine Forderung ganz genau.

Ein mutmaßlicher somalischer Pirat verklagt die Bundesregierung einem Bericht zufolge auf Schadenersatz in Höhe von 10.000 Euro. Mohamed A. will "all den materiellen und immateriellen Schaden" ersetzt haben, der ihm durch die "unrechtmäßige Überstellung" nach Kenia entstanden ist, zitierte "bild.de" am Mittwoch aus der ihr vorliegenden Klageschrift.

Der Anwalt von Mohamed A. bestreitet demnach, dass sein Mandant tatsächlich ein Pirat sei. "Der Kläger verabscheut jede Gefährdung unschuldiger Seeleute, die durch Akte der Piraterie ausgelöst wird", wird er vom Onlineportal zitiert. Mohamed A. war am 11. März im Golf von Aden von deutschen Marinesoldaten festgenommen worden, nachdem er mit acht weiteren Männern versucht hatte, einen deutschen Containerfrachter zu überfallen. Die Fregatte "Rheinland-Pfalz" brachte die Männer nach Kenia, wo ihnen laut "bild.de" am 22. April der Prozess gemacht werden soll.

In der Klageschrift heißt es laut "bild.de" weiter: "Der Kläger befindet sich in einer eigentlich für vier Mann ausgerichteten Gemeinschaftszelle, allerdings mit neun weiteren Männern." Seine Notdurft verrichte er - wie alle Zellengenossen - in einen Eimer, der in einer Ecke des Raumes platziert ist - ohne Sichtschutz. Eine Privatsphäre existiere nicht. Die Zellen hätten keine Türen, sondern seien rundherum vergittert.

Im Gefängnis gibt es Schwein

Ein Bett werde nicht zur Verfügung gestellt, lediglich Matratzen auf dem Boden. "Die Nahrungsversorgung ist extrem dürftig - in diesem Zusammenhang ist allerdings wesentlicher, dass auf die Religionszugehörigkeit des Klägers, islamischen Glaubens, keine Rücksicht genommen wird. Vegetarische Kost ist nur auf ärztliche Anordnung möglich, so dass der Kläger, will er denn nicht verhungern, unweigerlich auch Schwein essen muss."

AP / AP