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Zu viele Hinrichtungen Saudi-Arabien sucht acht neue Henker per Ausschreibung


Den Saudis gehen die Henker aus - weshalb das islamische Königreich nun dringend neue Scharfrichter per Online-Ausschreibung sucht. Qualifikationen: nicht weiter wichtig.

Keine besonderen Fähigkeiten oder Ausbildung benötigt. Diese überschaubaren Anforderungen muss ein saudi-arabischer Bürger mitbringen, der sich Saudi-Arabien um einen eher ungewöhnlichen Job bewirbt: Das Königreich sucht derzeit acht neue Henker, die "Todesurteile nach der islamischen Scharia ausführen" sollen, wie die "New York Times" und "The Guardian" berichten.

Die Kandidaten sollen sich demnach darauf einstellen, dass es ordentlich zu tun geben wird. Denn die Zahl der zum Tode verurteilten Menschen steigt, weshalb es an Männern mangelt, die gut mit dem Schwert umgehen können. Die Hinrichtung in Saudi-Arabien wird in der Regel durch öffentliches Enthaupten mit einem Säbel durchgeführt.

Das islamische Land gehört zu den Staaten mit den meisten Hinrichtungen weltweit: 2014 wurde dort laut Anmesty International über 90 Menschen exekutiert - das entspricht Platz drei auf der Hinrichtungsrangliste hinter China (mehrere Tausend) und dem Iran (mindestens 289) sowie vor dem Irak (mindestens 61) und den USA (35).

Auf Platz drei vor den USA

Erst vor wenigen Tagen wurde in Saudi-Arabien der 85. Mensch in diesem Jahr hingerichtet, laut Human Rights Watch wegen eines Drogendelikts. Im gesamten Jahr 2014 waren es nach offiziellen Angaben der Saudis 88, während Amnesty International von mehr als 90 Hinrichtungen ausgeht.

Die meisten Menschen werden wegen Mordes verurteilt, aber auch auf Drogendelikte, Ehebruch, Homosexualität oder religiöse Vergehen wie Koranschändung und Gotteslästerung steht die Todestrafe.

Finn Rütten

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