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Innenminister zur Loveparade: Sicherheitskonzepte deutschlandweit überprüfen

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat nach dem Unglück bei der Loveparade gefordert, die Sicherheitskonzepte aller Großveranstaltungen deutschlandweit zu prüfen.

Nach dem Unglück bei der Loveparade in Duisburg mit 19 Toten hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gefordert, deutschlandweit alle Großveranstaltungen noch einmal auf den Sicherheitsaspekt hin zu überprüfen. Bei allen größeren Veranstaltungen müsse jetzt noch einmal überprüft werden, ob das jeweilige Sicherheitskonzept so gut sei wie es "nach menschlicher Vorausschau möglich ist", sagte Hermann im Deutschlandradio Kultur am Montag. Theoretisch könne immer eine Massenpanik durch Unglücke oder irrationales Verhalten der Besucher auftreten. Dies müsse aber vom Veranstalter einkalkuliert werden, forderte der CSU-Politiker. Beim Münchner Oktoberfest beispielsweise gebe es für einen solchen Fall ausgereifte Konzepte.

Am Rande der Loveparade in Duisburg waren am Wochenende 19 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich an einem überfüllten Tunnel, dem zentralen Zugang zu dem Partygelände am alten Duisburger Güterbahnhof. Medienberichten zufolge gab es bei der Veranstaltung offenbar deutliche Sicherheitslücken. Wie "Spiegel Online" unter Berufung auf ein internes Dokument der Duisburger Stadtverwaltung berichtet, wurden die Veranstalter von der Einhaltung der vorgeschriebenen Breiten der Fluchtwege befreit.

Bei der Sicherheit dürften auf keinen Fall Abstriche gemacht werden, forderte Herrmann. Die Behörden dürften sich von den Veranstaltern niemals mit dem Argument unter Druck setzen lassen, wie bedeutend eine Veranstaltung sei und wie viele Menschen diese anziehe: "Die Sicherheit muss immer Vorrang haben."

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen, Frank Richter, warf der Stadt Duisburg und den Veranstaltern der Loveparade am Montag im WDR vor, sie hätten den Massenansturm bei der Veranstaltung unterschätzt. Das Gelände sei nur für rund 500.000 Menschen geeignet. Die Veranstalter hatten am Samstag von 1,4 Millionen Menschen gesprochen, die über den Tag verteilt an der Loveparade teilgenommen haben sollen. Der Zugangstunnel sei zwar vorher begutachtet worden, aber auch hier liege eine grobe Fehleinschätzung vor, sagte Richter. Die Veranstalter hätten den Ansturm der Menschen nicht mehr in den Griff bekommen.

AFP/DPA / DPA