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Künstler Jonathan Meese: Strafbefehl wegen öffentlichen Hitlergrußes

Er forderte öffentlich die "Diktatur der Kunst" und riss den rechten Arm in eindeutiger Pose nach oben: Künstler Jonathan Meese erhielt jetzt einen Strafbefehl wegen des Hitlergrußes.

Wegen eines Hitlergrußes ist gegen den #link;http://www.stern.de/kultur/jonathan-meese-90318067t.html;Berliner Künstler Jonathan Meese# Strafbefehl ergangen. Ob sich der 43-Jährige vor Gericht in Kassel verantworten müsse, sei noch nicht klar, sagte am Montag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Hessen. Meese könne den Strafbefehl akzeptieren und eine Geldstrafe zahlen. Wenn er allerdings dagegen vorgehe, werde vor Gericht verhandelt. Der 43-Jährige hatte vor rund einem Jahr in einem öffentlichen Gespräch zum Thema "Größenwahn in der Kunst" die "Diktatur der Kunst" gefordert und den Arm zu der verbotenen Geste gehoben.

Der Strafbefehl sei ergangen, weil er "Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" verwendet habe, sagte die Sprecherin weiter. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Spiegel" darüber berichtet.

Meese wurde 1970 in Tokio geboren. Seine Mutter stammte aus Deutschland, der Vater aus Großbritannien. Mit Kunst beschäftigte er sich nach eigenen Angaben erst seit seinem 21. Lebensjahr. "Ich kann doch als Mensch wahnsinnig freundlich sein und trotzdem in der Kunst die brutalsten, vielleicht menschenfeindlichsten Werke produzieren", sagte der Künstler 2006 über sich selbst.

awö/DPA / DPA