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Kultusministerkonferenz: Immer anders

Wie es kommt, dass sechzehn Bundesländer ihr eigenes Ding machen und sich am Ende doch einig sind.

Zwölf oder dreizehn Jahre bis zum Abitur, Gesamt-, Real- oder Hauptschule, das ist von Hamburg bis München keineswegs gleich. Sechzehn eigenständige Bundesländer regeln in Deutschland selber, was in ihren Schulen, Universitäten, Kulturstätten passiert. Diese so genannte "Kulturhoheit der Länder" ist im Grundgesetz festgeschrieben. Dennoch treffen sich die obersten Bosse, die Kultusminister, um ihre Entscheidungen miteinander abzugleichen. Diese Runde aller für Bildung und Erziehung, Hochschulen und Forschung sowie kulturelle Angelegenheiten zuständigen Minister bzw. Senatoren der Länder trägt die offizielle Bezeichnung "Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland". Für alle die es etwas einfacher mögen, kurz Kultusministerkonferenz. Die Kultusminister der Länder treffen sich hier in etwa vierteljährlich, um über Entscheidungen von überregionaler Tragweite zu diskutieren.

Carstens hat dieses Jahr den Vorsitz

Im Mai 2003 fiel hier der Startschuss für den Schülerzeitungswettbewerb der Länder. Seither richtet die Kultusministerkonferenz zusammen mit der Jugendpresse Deutschland den bundesweiten Wettbewerb aus. Die Schirmherrschaft über den Wettbewerb hat der jeweilige Präsident des Bundesrates inne, in diesem Jahr Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Der Bundestagspräsident wird im Zwölf-Monats-Rhythmus ausgetauscht, damit jedes Bundesland mal drankommt. Aber bitte schön hinten anstellen und nicht drängeln! Der Bundesrat ist das der fünf Verfassungsorgane, welches die Interessen der Bundesländer beim Bund vertritt und Gesetze, die die Bundesländer betreffen, gemeinsam mit dem Bundesrat verabschieden muss. Dieses Prinzip der Gewaltenteilung zwischen Bund und Ländern sichert, dass alle Interessen gleichermaßen vertreten werden. Zusätzlich unterhält jedes Bundesland eine eigene Ländervertretung in Berlin, gewissermaßen seine "Botschaft" beim Bund. . Der Schülerzeitungswettbewerb der Länder baut auf den sechzehn Länderwettbewerben, die ihm vorausgehen, auf. Im Vorfeld werden hier die besten Schülerzeitungen für das Finale in Berlin ausgesucht. Durch diese regionale Unterteilung bekommen auch kleinere Zeitungen die Chance, es bis ganz nach oben zu schaffen. Schließlich gibt es auch beim Schülerzeitungsmachen in den verschiedenen Bundesländern andere Rahmenbedingungen. Sei es, dass durch dreizehn Jahre bis zum Abitur mehr ehrgeizige Schreiberlinge die Schülerzeitungsredaktionen bevölkern, oder dass durch langjährige Erfahrungen die Schülerzeitungsarbeit fest in der demokratischen Schulkultur verankert ist.

1700 Zeitungen beteiligen sich

Gerade hier steckt in den neuen Bundesländern eine Menge Potential. Doch die neuen Bundesländer holen auf, hier schießen die Zeitungen aus dem Boden. Nach sechzehn Jahren sprießt hier eine junge, innovative Schülerzeitungsszene. Da kommt der Schülerzeitungswettbewerb der Länder genau richtig, um diese zarten Pflänzchen zu hegen und zu pflegen. Denn auf Initiative der Kultusministerkonferenz hin kam es in einigen Bundesländern überhaupt erst zur Erfindung eines landesweiten Wettbewerbes. Mittlerweile beteiligen sich jedes Jahr über 1700 Zeitungen am Schülerzeitungswettbewerb der Länder, der dieses Jahr zum vierten Mal stattfindet und sich als feste Größe im Jugendmedienbereich etabliert hat.