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Cyberangriff Hackerangriff in Mecklenburg-Vorpommern legt Kommunalverwaltungen seit Tagen lahm

Cyberangriff
Plötzlich wieder analog unterwegs: Wegen eines Cyberangriff waren mussten mehrere Verwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern vorübergehend schließen.
© Iris Leithold / DPA
Unbekannte haben bei einem Cyberangriff mehrere Verwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern außer Gefecht gesetzt. Auch fünf Tage nach dem Vorfall stockt der Betrieb.

Unbekannte hatten am vergangenen Freitag die Computer-Systeme mehrerer Kommunalverwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern bei einem Hackerangriff lahmgelegt. Betroffen waren unter anderem die Verwaltungen der Landeshauptstadt Schwerin, des Landkreises Ludwigslust-Parchim und mehrere Kommunen. Auch die Ämter in Wismar, Stralsund und Greifswald konnten ihre Arbeit nicht fortführen. Wegen des Angriffs mussten die kommunalen Verwaltungen vorerst geschlossen werden.

Grund für den Ausfall sei das Datenverarbeitungszentrum (DVZ) in Schwerin. Wie der NDR unter Berufung auf die Stadtverwaltung Greifswald berichtet, musste das Landesnetz wegen des Hackerangriffs zeitweise abgeschaltet werden. Die Folge: Wer beispielsweise zum Pass- oder Einwohnermeldeamt wollte, stand vor verschlossener Tür. Telefonisch sind die Mitarbeiter in Schwerin und Ludwigslust-Parchim zwar wieder erreichbar, berichtet der NDR. Anfragen per Mail konnten Dienstag aber noch nicht beantwortet werden, da die Computer weiterhin ausgeschaltet blieben. Die Stadtverwaltung Schwerin versuchte wichtige Dienstleistungen daher zunächst offline anzubieten.

Im Landkreis Ludwigs-Lust Parchim waren die Bürgerbüros am Dienstag noch geschlossen. Wann diese wieder öffnen und welche Dienste wieder angeboten werden, ist weiterhin offen, berichtet der NDR unter Berufung auf eine Sprecherin der Verwaltung.

Daten verschlüsselt aber wohl noch vollständig

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Rostock. Die Täter seien bisher nicht identifiziert worden. Wie lange die Ermittlungen noch andauern, sei unklar, teilte die Staatsanwaltschaft auf stern-Anfrage mit.

Man nehme den Angriff auf den IT-Dienstleister "sehr ernst", betonte Digitalisierungsminister Christian Pegel (SPD) und mahnte alle Internetnutzer zur Vorsicht im Umgang mit Mails unbekannter Absender. "Öffnen Sie keine Dokumente, die an solche Mails angehängt sind", bekräftigte er. Von dem Hackerangriff seien neben der kommunalen IT-Infrastruktur auch Behörden, Schulen und kommunale Betriebe betroffen.

Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar. Laut dem IT-Sicherheitsexperten Manuel Atug könnte eine Ransomware ("Erpresser-Software") auf die Computer gespielt worden sein. Bei dem Angriff wurden die Daten durch einen sogenannten Verschlüsselungs-Trojaner verschlüsselt. Als die Mitarbeiter der Behörden feststellten, dass ihnen der Zugriff auf die Daten verwährt wurde, wurden sämtliche Computersysteme herutergefahren. Dem aktuellen Ermittlungsstand zufolge wurden keine Daten gestohlen, allerdings seien IT-Spezialisten derzeit noch mit der Analyse beschäftigt. Inzwischen seien zusätzliche Schutzmaßnahmen eingeführt worden.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Cyberangriffen ein. Anfang Oktober drangen Unbekannte in die IT-Systeme der Stadtwerke in Wismar ein. Wie der NDR berichtet, klären die Ermittler derzeit noch, ob Daten gestohlen wurden. Am Samstag vermeldeten Behörden in Nordrhein-Westfalen einen Angriff auf Stadtverwaltung von Witten. Auch sie wurde weitgehend lahmgelegt.

Quellen:NDR, "Nordkurier", "Süddeutsche Zeitung"

cl

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