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Berichte über Copilot: Andreas L. galt zeitweise als "flugunfähig"

Der Copilot von Flug 4U9525, Andreas L., soll unter psychischen Problemen gelitten haben. Einem Bericht zufolge war er in ärztlicher Behandlung - und galt zeitweise sogar als "flugunfähig".

Der Absturz des Germanwings-Fluges 4U9525 ist vorsätzlich herbeigeführt worden - das ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft traurige Gewissheit. Copilot Andreas L. ließ die Maschine nach ersten Erkenntnissen absichtlich abstürzen. Was hat den Mann dazu bewogen? Der 27-Jährige, heißt es nun, soll unter psychischen Problemen gelitten haben. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sei Andreas L. vor sechs Jahren in psychiatrischer Behandlung gewesen sein.

Seine im Jahr 2008 begonnene Piloten-Ausbildung unterbrach Andreas L. 2009, zu den Gründen machte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bislang keine Angaben. Wie die "Bild"-Zeitung nun unter Berufung auf Lufthansa-Kreise schreibt, sollen Depressionen dahinter gestanden haben. Auch der stern erfuhr aus Lufthansa-Kreisen, dass die psychischen Probleme des Copiloten während seiner Ausbildung bekannt gewesen seien.

Mehrfach soll L. aufgrund der psychischen Erkrankung in seinen Flugschulkursen zurückgestuft worden sein, berichtet die "Bild". Zeitweise sei er sogar als "flugunfähig" eingestuft worden sein. Im Jahr 2009 hätten Ärzte "eine abgeklungene schwere depressive Episode" diagnostiziert.

Außerdem habe in seiner Akte die Abkürzung "SIC" gestanden, ein Code, der beim Luftfahrtbundesamt unter dem Punkt "Einschränkungen" aufgelistet ist. Das Kürzel steht für "besondere regelhafte medizinische Untersuchungen". Demnach musste sich L. in regelmäßigen Abständen von einem Arzt untersuchen lassen. Auch in seiner Pilotenlizenz habe der Code gestanden. Über das letztendliche Motiv wird derzeit noch gerätselt - der "Bild"-Zeitung zufolge gehen Ermittler von einer "persönlichen Lebenskrise" von L. aus. Der Mann habe Beziehungsprobleme mit seiner Freundin gehabt und schwer darunter gelitten.

Laut Polizei gibt es bislang noch kein entscheidendes Indiz. Bei der Durchsuchung der Düsseldorfer Wohnung von Andreas L. seien "diverse Gegenstände und Papiere" beschlagnahmt worden, die nun ausgewertet werden müssten, sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf am Freitag. Ob das letztlich den Beweis für die Hintergründe des Flugzeugabsturzes erbringen werde, müsse sich zeigen. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die in Deutschland die Ermittlungen in dem Fall führt, hatte bereits erklärt, die Auswertung der Beweismittel werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

kis
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