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Germanwings-Absturz: Lufthansa zahlt bis zu 50.000 Euro Ersthilfe

Ermittler finden in der Wohnung von Andreas L. eine Krankschreibung für den Flugtag, die Lufthansa bietet den Angehörigen der Opfer Überbrückungshilfe an. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Der Germanwings-Flug 4U 9525 stürzte am Dienstagvormittag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen ab.

- Es ist eines der schwersten Unglücke der deutschen Luftfahrtgeschichte: Alle 150 Menschen an Bord sind ums Leben gekommen. Unter ihnen waren aktuellen Angaben zufolge 75 Deutsche.

- Nach dem ersten Bericht der französischen Staatsanwaltschaft und der Auswertung des Stimmrekorders hat der 27-jährige Copilot Andreas L. die Maschine absichtlich abstürzen lassen. Die zentrale Frage der Ermittler lautet nun: Was war sein Motiv? Für den Tag des Unglücks haben sie eine Krankschreibung in seiner Wohnung gefunden.

- Während der Stimmrekorder bereits ausgewertet wurde, fehlen weiter die Daten des Flugdatenschreibers. Die Hülle wurde offenbar gefunden, die Blackbox selbst fehlt.

+++ 21.15 Uhr: Staatlicher Trauerakt im Kölner Dom geplant +++

Mit einem Gottesdienst und einem staatlichen Trauerakt im Kölner Dom wollen Politik und Kirche am 17. April der Opfer des Flugzeugabsturzes in Frankreich gedenken. Erwartet werden neben Joachim Gauck und Angela Merkel auch Vertreter aus Frankreich, Spanien und anderen Ländern, aus denen die Opfer der Flugkatastrophe stammten. Auch für die Bevölkerung soll es die Möglichkeit geben, an der Trauerfeier im Dom teilzunehmen. Eine Uhrzeit steht noch nicht fest.

+++ 20.35 Uhr: Französische Absturz-Ermittler in Düsseldorf eingetroffen +++

Eine Delegation der französischen Gendarmerie trifft bei der Polizei in Düsseldorf ein. Die französischen Beamten dürften in Deutschland keine eigenen Ermittlungen führen, sagt ein Sprecher. Es gehe lediglich um einen "intensiven Informationsaustausch".

+++ 19.43 Uhr: Suche nach Opfern wird unterbrochen +++

Die Suche nach Opfern des Germanwings-Absturzes wird für die Nacht unterbrochen. Mit der Dämmerung kehren die Hubschrauber mit den Einsatzkräften zurück. Spezialeinsatzkräfte sollen erneut über Nacht die Absturzstelle sichern. Rechtsmediziner arbeiten bereits an der Identifizierung der Leichen, die schon ins Tal gebracht wurden. Am Samstag soll die Bergungsaktion fortgesetzt werden. Noch immer wird unter Hochdruck nach dem zweiten Flugschreiber der A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings gesucht. Er könnte weitere Erkenntnisse zum Geschehen im Cockpit vor dem Absturz liefern.

+++ 18.28 Uhr: "Noch keinen Körper unversehrt gefunden" +++

Der französische Forensiker Patrick Touron berichtet Journalisten vor Ort über die Bergungsarbeiten. Die Arbeit sei riskant, sagt er, manche Körper müssten aus Felsspalten oder Schluchten geborgen werden. Man habe "noch keinen Körper unversehrt gefunden."

+++ 18.10 Uhr: Lufthansa zahlt bis zu 50.000 Euro Überbrückungshilfe +++

Die Lufthansa bietet Angehörigen der Absturz-Opfer erste finanzielle Überbrückungshilfen an. "Lufthansa zahlt bis zu 50.000 Euro pro Passagier zur Deckung unmittelbarer Ausgaben", sagt ein Germanwings-Sprecher laut Tagesspiegel. Der Konzern bestätigt den Bericht. Demnach wird den Hinterbliebenen das Geld unabhängig von möglichen weitergehenden Ansprüchen als Ersthilfe angeboten. Dieser Betrag müsse auch auf jeden Fall nicht zurückgezahlt werden.

Nach Einschätzung von Luftfahrtexperten kommen auf den Lufthansa-Konzern Entschädigungsansprüche in beträchtlicher Höhe zu. Die Entschädigungen dürften sich - je nach Einzelfall - zwischen mehreren Zehntausend Euro und mehreren Hunderttausend Euro pro Person bewegen, zitiert die Zeitung einen Rechtsanwalt.

+++ 17.46 Uhr: Zahl der Stornierungen nicht auffällig gestiegen +++

Kaum mehr Passagiere treten von ihren Flügen zurück als sonst. Die Zahl der Stornierungen sei nicht signifikant gestiegen, teilt ein Germanwings-Sprecher mit. Auch Air Berlin, Condor, Lufthansa und TuiFly verzeichnen nach dem Absturz nicht mehr Stornierungen, wie das Handelsblatt berichtet. Allerdings seien die Nachfragen besorgter Fluggäste gestiegen.

+++ 17.26 Uhr: Luftwaffe checkt Psyche ihrer Piloten regelmäßig +++

Die deutsche Luftwaffe checkt nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Gegensatz zu den Fluggesellschaften regelmäßig die Psyche ihrer aktiven Piloten durch. Das berichtet "faz.net" unter Berufung auf eine Stellungnahme des Ministeriums schreibt. "Nach Abschluss der Ausbildung betrachten wir alle drei Jahre die Psyche unserer Piloten", und zwar im Rahmen eines großen Checks, sagte ein Ministeriumssprecher demnach.

+++ 17 Uhr: 400-600 Leichenteile geborgen +++

Die Nachrichtenagentur AP meldet, dass bislang 400 bis 600 Leichenteile geborgen werden konnten. Vollständig erhaltene Leichen gebe es keine.

"Wir haben bisher keinen einzigen intakten Körper geborgen", sagt auch ein Sprecher der Gendarmerie am Einsatzort in Seyne-les-Alpes. Es gebe einige Übereinstimmungen mit den DNA-Proben, die bei Angehörigen der Opfer genommen worden seien. Die Identifizierungen sollten erst bekanntgegeben werden, wenn alle erfolgt seien.

+++ 16.17 Uhr: Germanwings hatte keine Kenntnisse über Krankschreibung +++

Wie Germanwings via Twitter bekannt gibt, lag der Airline keine Krankmeldung des Copiloten Andreas L. vor.

+++ 15.52 Uhr: Copilot nicht wegen Depressionen in Uni-Klinik behandelt +++

Der Copilot des abgestürzten Germanwings-Jets war Patient der Universitätsklinik Düsseldorf. Das bestätigt das Klinikum in einer Mitteilung. "Meldungen, wonach Andreas L. wegen Depressionen in unserem Haus in Behandlung gewesen sei, sind jedoch unzutreffend", erklärt eine Sprecherin. Auskünfte über eventuelle Krankheiten des Mannes machte die Klinik nicht, auch nicht, in welcher Abteilung er Patient war.

Der Copilot sei erstmals im Februar 2015 und zuletzt am 10. März als Patient am Uni-Klinikum vorstellig geworden. "Es handelte sich um diagnostische Abklärungen", teilt die Klinik mit. Einzelheiten unterlägen der ärztlichen Schweigepflicht. Die Krankenakten würden noch am Freitag der ermittelnden Staatsanwaltschaft Düsseldorf übergeben. Die Klinik werde die Ermittlungen nachdrücklich und vorbehaltlos unterstützen, sagt der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Klaus Höffken.

Zuvor hat der "Tagesspiegel" berichtet, dass Andreas L. im Uniklinikum Düsseldorf wegen Depressionen in Behandlung gewesen war.

+++ 15.12 Uhr: Andreas L. kaufte sich vor Kurzem angeblich zwei Autos +++

Nach Informationen des "Focus" soll sich Andreas L. vor wenigen Wochen in einem Autohaus in der Nähe von Düsseldorf zwei neue Audi gekauft bzw. bestellt haben. Ein Auto soll für seine Freundin bestimmt gewesen sein. Ein Audi soll dabei bereits in der vergangenen Woche ausgeliefert worden sein.

+++ 14.52 Uhr: Krankschreibung stammte vermutlich von Psychiater +++

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" war Andreas L. seit langer Zeit bei mehreren Medizinern in psychiatrischer Behandlung. Laut der SZ soll dies aus den Unterlagen hervorgehen, die bei der Durchsuchung sichergestellt wurden. Die Krankschreibung stamme angeblich von einem im Rheinland arbeitenden Neurologen und Psychiater.

+++ 14.40 Uhr: Luftfahrtbundesamt fordert Einsicht in Akten des Copiloten +++

Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) in Braunschweig bittet beim Aeromedical-Center der Lufthansa um Einsicht in die Akten des Copiloten. Das LBA werde die Unterlagen anschließend der französischen Staatsanwaltschaft übergeben, sagt ein LBA-Sprecher.

Die Behörde verwaltet die Lizenzen der Piloten. "Ein Lizenz-Inhaber muss sich ein Mal pro Jahr bei einem zugelassenen Fliegerarzt vorstellen und von diesem immer wieder ein neues Tauglichkeitszeugnis ausgestellt bekommen", so der Sprecher. Das Tauglichkeitszeugnis des Flugmediziners muss dann dem Luftfahrt-Bundesamt vorgelegt werden.

+++ 14.23 Uhr: Germanwings wusste nichts von der Krankschreibung +++

Die Fluggesellschaft Germanwings äußert sich inhaltlich nicht zu den Ermittlungsergebnissen, dass der Copilot am Unglückstag krankgeschrieben war. Wenn der 27-Jährige die Krankschreibung nicht von sich aus beim Arbeitgeber eingereicht habe, habe Germanwings davon keine Kenntnis bekommen, sagt ein Sprecher. Das sei wie bei anderen Berufen auch. Die Ermittler hatten in der Wohnung des Copiloten nach eigenen Angaben eine zerrissene Krankschreibung für den Absturztag gefunden.

+++ 13.56 Uhr: Copilot wegen Depressionen in Behandlung +++

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, war der Copilot in der Uniklinik Düsseldorf wegen Depressionen in Behandlung. Das soll das Blatt aus informierten Kreisen in Düsseldorf erfahren haben. "Das Puzzle-Spiel setzt sich zusammen", zitiert die Zeitung den Informanten.

+++ 13.46 Uhr: DNA-Proben werden untersucht +++

In mobilen Labors werden derzeit die geborgenen DNA-Proben untersucht, um die Opfer zu identifizieren. Die französische Gendarmerie twittert diese Bilder, die die Arbeit der Experten zeigen.

+++ 13.30 Uhr: Deutsche Airlines führen Zwei-Personen-Regel im Cockpit ein +++

Die deutschen Fluggesellschaften führen ab sofort die Zwei-Personen-Regel im Cockpit ein. Die Airlines hätten die freiwillige Vereinbarung als Reaktion auf das tragische Flugzeugunglück in Frankreich beschlossen, teilt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in Berlin mit. Danach müssen immer zwei autorisierte Crewmitglieder im Cockpit eines Flugzeuges sein.

+++ 12.55 Uhr: SAS lässt Piloten nach Absturz nicht mehr allein ins Cockpit +++

Auch die skandinavische Fluggesellschaft SAS verschärft nach dem Germanwings-Absturz ihre Regeln im Cockpit. Dort dürfe sich künftig kein Pilot mehr alleine aufhalten, sagt ein Sprecher. "Wir werden das so schnell wie möglich umsetzen, innerhalb einiger Tage."

+++ 12.39 Uhr: Copilot war krankgeschrieben +++

Der Copilot der abgestürzten Germanwings-Maschine hat nach Erkenntnissen der Ermittler eine Erkrankung verheimlicht. Bei der Durchsuchung seiner Wohnungen wurden "Dokumente medizinischen Inhalts" sichergestellt, die auf eine bestehende Erkrankung und entsprechende ärztliche Behandlungen hinweisen, wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilt. Dabei seien unter anderem "zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen" gefunden worden.

Um welche Krankheit es sich handelt, blieb zunächst offen. Die Ermittler nehmen an, dass der 27 Jährige "seine Erkrankung gegenüber dem Arbeitgeber und dem beruflichen Umfeld verheimlicht hat". In seiner Düsseldorfer Wohnung seien weder ein Abschiedsbrief noch Bekennerschreiben gefunden worden, es gebe keine Anhaltspunkte für einen politischen oder religiösen Hintergrund.

+++ 12.24 Uhr: Vizechef des Fliegerärzteverbands gegen psychologische Piloten-Tests +++

Überlegungen zu regelmäßige psychologische Zusatztests bei Piloten stoßen bei dem Vizepräsident des Deutschen Fliegerarzt-Verbandes, Uwe Beiderwellen, auf Skepsis. Das aus einem Einzelfall wie dem tragischen Unglück des Germanwings-Airbusses abzuleiten sei zum einen "überzogen", zum anderen gebe es auch gar keine Verfahren, mögliche psychische Ausnahmesituationen vorherzusagen, sagt Beiderwellen dem Sender SWR. Ein Pilot, der rundum gesund zum Check-up erscheine, könne vier Wochen später von der Ehefrau verlassen werden oder seine Eltern verlieren und daraufhin zu Kurzschlusshandlungen neigen, ohne dass das bei den Tests vier Wochen vorher eine Rolle habe spielen können, betonte Beiderwellen. Die Luftfahrtunternehmen sollten aber grundsätzlich dazu beitragen, "vermeidbaren Stress" für ihre Piloten abzubauen, etwa durch eine Verkürzung der generellen Flugdienst- und Bereitschaftszeiten.

+++ 12.16 Uhr: Gauck beschwört in Haltern Zusammenhalt mit Trauernden +++

Bundespräsident Joachim Gauck beschwört im westfälischen Haltern die Bedeutung des Zusammenhalts mit den Trauernden. "Indem wir zueinander stehen, entsteht etwas unendliches Kostbares, nämlich ein Band des Mitleidens und Mittrauerns", sagte Gauck nach dem Gottesdienst. Er habe "Teil dieses kostbaren Bandes" sein wollen. Dieses Band verbinde Menschen untereinander, "die andere nicht allein lassen in Not und Katastrophen".

+++ 12.07 Uhr: Einsatzkräfte suchen nach "biologischen Elementen" +++

Die Ermittler in der Nähe von Seyne-les-Alpes konzentrieren sich auf die möglichst schnelle Identifizierung der 150 Opfer. Ein Sprecher der Polizei sagt vor Ort, zunächst würden die "biologischen Elemente" gesammelt und dann erst die Trümmer des A320. Dutzende Rettungskräfte und Experten der wissenschaftlichen Abteilung der Polizei sollen mit vier Hubschraubern an die Absturzstelle an einem steilen Berghang in den Alpen gebracht werden.

+++ 11.31 Uhr: EU könnte Präsenz von zwei Personen im Cockpit empfehlen +++

Die europäische Flugaufsichtsbehörde EASA wird künftig möglicherweise die ständige Anwesenheit von zwei Personen im Cockpit empfehlen. "Das ist eine Möglichkeit, die derzeit geprüft wird", sagt ein mit den Gesprächen vertrauter Insider. "Es wäre dann allerdings keine Vorschrift, sondern eine Empfehlung." Dies würde zu rascheren Ergebnissen führen als ein länglicher Gesetzgebungsprozess.

+++ 10.57 Uhr: Pilotenverband klagt über Verrat von Berufsgeheimnis +++

Mit großer Verärgerung reagieren Pilotenverbände darauf, dass Ermittlungsinformationen zum Germanwings-Absturz vorab an Medien weitergegeben wurden. Der französische Pilotenverband SNPL kündigt an, Anzeige wegen Verrats von Berufsgeheimnissen zu erstatten. Der europäische Pilotenverband ECA fürchtet um die Unabhängigkeit der Ermittlungen.

Dass Daten aus dem Stimmenrekorder der Germanwings-Maschine so schnell öffentlich gemacht worden seien, sei ein schwerer Verstoß gegen akzeptierte Standards der Unfallaufklärung, kritisiert der Brüsseler Verband.

+++ 10.21 Uhr: Trauergottesdient in Haltern beginnt +++

In der Pfarrkirche St. Sixtus in Haltern beginnt der Trauergottesdienst. Schüler der Stufen 8 bis 12 des Joseph-König-Gymnasiums sind am Morgen eingetroffen. Auch Bundespräsident Gauck und NRW-Ministerpräsidentin Kraft nehmen teil. Die Öffentlichkeit ist nicht zugelassen.

+++ 10.19 Uhr: Polizei schweigt zum Ermittlungsstand +++

Weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft wollen sich zu einem Bericht von "Spiegel Online" äußern, wonach in der Düsseldorfer Wohnung Hinweise auf eine psychische Erkrankung des 27-Jährigen gefunden worden seien. "Wir machen keine Zwischenangaben zum Stand der Ermittlungen", erklärt die Staatsanwaltschaft.

+++ 9.56 Uhr: Zwei-Personen-Regel im Cockpit strittig +++

Der ehemalige Sicherheitschef der polnischen Fluggesellschaft LOT, Jerzy Dziewulski, äußert sich skeptisch über die Einführung der Zwei-Personen-Regel im Cockpit. Flugbegleiter im Cockpit könnten während der Abwesenheit eines der Piloten nichts machen, um eine Katastrophe zu verhindern, sagt er dem polnischen Nachrichtensender "TVN 24". "Der Pilot in der Kabine sagt: Setz dich, fass nichts an, du hast keine Ahnung. Ich bin derjenige, der die Maschine steuert."

Am Donnerstag haben erste Fluggesellschaften Konsequenzen aus dem Absturz der Germanwings-Maschine angekündigt. Sie wollen die Zwei-Personen-Regel im Cockpit einführen.

+++ 9.34 Uhr: Gauck und Kraft besuchen Haltern +++

Drei Tage nach dem Flugzeugabsturz über Frankreich besucht Bundespräsident Joachim Gauck die besonders vom Unglück betroffene westfälische Gemeinde Haltern am See. Das Staatsoberhaupt wird gegen 10 Uhr in der Stadt am Rande des Ruhrgebietes erwartet, um mit den Bürgern zu trauern und seine Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Er wird von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft begleitet.

+++ 9.18 Uhr: Australien überprüft Cockpit-Regeln +++

Auch Australien überprüft nun die Regeln für die Cockpit-Besetzung. Die Regierung fordert von den australischen Fluglinien Information zu ihren Abläufen im Cockpit angefordert. Australien wolle sicherstellen, das Fliegen auch weiterhin die sicherste Transportmethode bleibe, sagt Regierungschef Tony Abbot.

+++ 9 Uhr: Beschlagnahmung in Düsseldorfer Wohnung +++

Bei der Suche nach den Motiven für den vom Co-Piloten ausgelösten Absturz der Germanwings-Maschine gibt es laut Polizei bislang noch kein entscheidendes Indiz. Bei der Durchsuchung der Düsseldorfer Wohnung von Andreas L. seien "diverse Gegenstände und Papiere" beschlagnahmt worden, die nun ausgewertet werden müssten, sagt ein Sprecher der Polizei Düsseldorf. Ob das letztlich den Beweis für die Hintergründe des Flugzeugabsturzes erbringen werde, "muss sich zeigen". Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die in Deutschland die Ermittlungen in dem Fall führt, hat bereits erklärt, die Auswertung der Beweismittel werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

+++ 8.53 Uhr: Angeblich neue Indizien auf psychische Erkrankung +++

Am Donnerstag durchsuchten Ermittler die Wohnung von Andreas L. in Düsseldorf. Nach Informationen des "Spiegels" sollen sie dabei Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Co-Piloten gefunden haben. Um welche Indizien es sich handeln soll, sei jedoch unbekannt, berichtet die Online-Ausgabe des Blatts.

+++ 8 Uhr: Bergungsarbeiten fortgesetzt +++

Die Bergungsarbeiten am Ort des A320-Wracks in den französischen Alpen in der Nähe von Seyne-les-Alpes werden erneut aufgenommen. Die ersten Hubschrauber sind am Morgen über die Gipfel gestartet, um zur Absturzstelle zu gelangen. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich vor allem darauf, den zweiten Flugschreiber zu bergen.

+++ 7.30 Uhr: Französische Medien fordern psychologische Tests +++

Die linksliberale Pariser Zeitung "Libération" kommentiert am Freitag den wohl vorsätzlich herbeigeführten Absturz der Germanwings-Maschine wie folgt:

"Dies ist ein Alptraum und eine tragische Umkehr der Geschichte, denn die Verriegelung der Cockpittür, die dieses Drama möglich gemacht hat, wurde nach den Anschlägen vom 11. September eigens als Sicherheitsmaßnahme eingeführt. Trotz aller Fortschritte der Technologie kann nicht verhindert werden, dass der Mensch in Verbindung mit der Maschine das letzte Wort behält. Die Vorstellung ist beruhigend und beängstigend zugleich. Außerdem hat man jetzt erfahren, dass Piloten nach Erwerb ihres Diploms keine psychologischen Tests mehr bestehen müssen. Dies sollte man schleunigst überdenken."

+++ 7 Uhr: Air France erwägt Konsequenzen für Besetzung im Cockpit +++

Mit der französischen Air France denkt eine der führenden Linien-Fluggesellschaften als Konsequenz aus dem Absturz der Germanwings-Maschine über die Besetzung in ihren Cockpits nach. Air France verfolge aufmerksam Entwicklung und Ergebnisse der juristischen und technischen Untersuchungen nach dem Unfall, heißt es in einer der Agentur DPA vorliegenden Erklärung der Fluggesellschaft. Die Frage der Anwesenheit einer zweiten Person im Cockpit sei ein wichtiges Thema.

+++ 5.10 Uhr: "Psychische Probleme" bei Andreas L. +++

Der Copilot des abgestürzten Germanwings-Fluges 4U9525, Andreas L., war nach Angaben der "Bild"-Zeitung in medizinischer Betreuung. Er soll - berichtet das Blatt unter Berufung auf interne Unterlagen - vor sechs Jahren in psychiatrischer Behandlung gewesen sein. Die "Bild" zitiert aus den Unterlagen, es habe sich um eine "schwer depressive Episode" gehandelt. Andreas L. habe sich daher in "besonderer, regelhafter, medizinischer" Betreuung befunden, heißt es weiter.

+++ 4 Uhr: "Bild": Pilot wollte Tür mit Axt öffnen +++

Der ausgesperrte Pilot hat offenbar Minuten vor dem Absturz der A320 einen Versuch unternommen, die verriegelte Panzertür des Cockpits mit Axt aufzuschlagen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung vom Freitag. Sie beruft sich auf hochrangige Sicherheitskreise. Demnach habe der Pilot versucht, die Cockpit-Tür mit der Axt zu zertrümmern, um ins Cockpit zu gelangen. Er wollte die Katastrophe verhindern.

+++ 3.20 Uhr: Air-Berlin-Pilot ändert Abläufe selbst +++

Die Agentur Bloomberg berichtet, dass ein Pilot der Fluglinie Air Berlin sich auf einem Flug von Stuttgart nach Berlin an Passagiere und Besatzung gewandt und die Abläufe zum Verlassen des Cockpits selbst geändert habe: "Ich denke sie sind heute alle mit einem mulmigen Gefühl eingestiegen. Ich habe mich dazu entschieden, die Abläufe heute selbst zu ändern. Es wird immer eine zweite Person im Cockpit geben."

+++ 00.35 Uhr: Germanwings-Chef: Tat "völlig unerklärlich" +++

Germanwings-Chef Thomas Winkelmann sagt im "heute journal", die Tat sei "völlig unerklärlich". Alle stünden unter Schock. "Wir haben hier eine Tat, die wir uns so nicht haben vorstellen können." Man werde alles tun, damit ein solches Ereignis niemals wieder vorkommen werde.

+++ 23.58 Uhr: Uno fordert Spezialtests für Piloten +++

Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) fordert regelmäßige medizinische Spezialtests von Piloten. Diese Untersuchungen müssten sowohl die psychische als auch die körperliche Fitness der Piloten prüfen, so die UN-Organisation. Sollten die Testergebnisse Anlass zur Sorge geben, müssten auch neuropsychologische Untersuchungen in Erwägung gezogen werden.

+++ 21.16 Uhr: Durchsuchung der Wohnung von Andreas L. beendet

Die Polizei beendet die Durchsuchung der Düsseldorfer Wohnung des Germanwings-Copiloten. Nach etwa vier Stunden verlassen Beamte mit Umzugskartons das Haus am Düsseldorfer Stadtrand, in dem der 27-Jährige wohnte.

+++ 20.49 Uhr: Größte deutsche Airlines wollen Zwei-Personen-Regel einführen +++

Die größten deutschen Fluggesellschaften wollen offenbar die Zwei-Personen-Regel im Cockpit einführen. Künftig soll sich kein Pilot während des Fluges mehr allein im Cockpit aufhalten dürfen, sagt Matthias von Randow, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Die Änderung betreffe etwa Air Berlin, Condor, TuiFly und auch den Lufthansa-Konzern. Am Freitag soll die neue Regel mit dem Luftfahrt-Bundesamt besprochen werden. Die Airlines wollen sie unverzüglich umsetzen.

+++ 20.25 Uhr: Suche nach Opfern wird unterbrochen +++

Mit Einbruch der Dunkelheit wird die Bergung der Opfer unterbrochen. Bis in die Dämmerung hinein waren noch Hubschrauber gestartet und gelandet. Rund 50 bis 70 Experten waren den ganzen Tag an der Absturzstelle im Einsatz, auch um den zweiten Flugschreiber zu suchen. Fünf Spezialeinsatzkräfte sollen auch in dieser Nacht die Absturzstelle sichern.

+++ Nachrichtenticker vom Vortag +++

Die Nachrichten vom Vortag zum Nachlesen finden Sie hier in unserem Ticker.

+++ Wichtiger Hinweis für Angehörige und Freunde +++

Für die Angehörigen und Freunde der Opfer wurden mehrere Krisentelefone eingerichtet. Die wichtigsten Nummern:
Germanwings: 0800 1133 5577
Auswärtiges Amt: 030 5000 3000
Flughafen Düsseldorf: 0800 776 6350

ivi/car/feh/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters