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Offizieller Bericht: Co-Pilot ließ Maschine mit Absicht abstürzen

Der Co-Pilot des Fluges 4U9525 hat den Airbus A320 absichtlich abstürzen lassen. Das berichtet die französische Staatsanwaltschaft. Er habe den Sinkflug bewusst eingeleitet.

Die Trümmerteile der Absturz-Maschine liegen über mehrere Kilometer verstreut

Die Trümmerteile der Absturz-Maschine liegen über mehrere Kilometer verstreut

Der Co-Pilot des in den französischen Alpen abgestürzten Germanwings-Airbus hat das Flugzeug nach Einschätzung der Justiz vermutlich absichtlich gegen eine Felswand gesteuert. Der Co-Pilot - zu dem Zeitpunkt allein im Cockpit - habe den Sinkflug der Maschine bewusst eingeleitet, sagte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, am Donnerstag am Flughafen Marignane. Es habe wohl einen "Willen" gegeben, das Flugzeug zu "zerstören".

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft habe der Co-Pilot die Tür zum Cockpit verschlossen, nachdem der Pilot aufgestanden war und das Cockpit verlassen hatte. Anschließend habe der Co-Pilot bewusst den Sinkflug eingeleitet. Allerdings: "Das war kein kurzfristiger Sinkflug, das war wie ein Landeanflug. Aber in der Nähe gibt es gar keinen Flughafen auf dem ein Airbus landen könnte", erklärten die Ermittler. Es habe keine Notfallmeldung gegeben, auch kein Notsignal, kein Mayday an den Tower.

"Kann nur bewusste Handlung gewesen sein"

Brice Robin erklärte im Wortlaut: "Es kann nur eine bewusste Handlung gewesen sein. Im Inneren des Cockpits hört man danach tiefes Atmen. Aber ein Atmen, das darauf hinweist, dass der Co-Pilot offensichtlich am Leben war. Man hört zudem, wie der Tower von Marseille versucht, Kontakt mit dem Co-Piloten aufzunehmen. Die Fluglotsen fordern ihn auf, den Transponder-Notruf abzusetzen. Der Tower hat dann noch andere Flugzeuge kontaktiert, damit diese mit dem Flieger in Kontakt treten können."

Die Insassen der Germanwings-Maschine sollen den bevorstehenden Absturz derweil erst "im allerletzten Moment" bemerkt haben. Erst in den allerletzten Augenblicken seien Schreie zu hören gewesen.

stern-Quellen: Psychische Probleme beim Co-Piloten bekannt

Der Co-Pilot heißt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Andreas L., war 27 Jahre alt und stammt nach Angaben der Stadtbürgermeisterin Gabriele Wieland aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur. L. habe dort bei seinen Eltern gewohnt, die über alle Erkenntnisse informiert wurden, wie die Ermittler mitteilten. Die Eltern sind an der Absturzstelle, wie auch alle anderen Angehörigen. "Aber wir haben sie nicht mit den anderen Familien zusammengebracht", so der Staatsanwalt.

Zudem soll er einen Wohnsitz in Düsseldorf gehabt haben. Er soll seit 2013 bei Germanwings gearbeitet haben. Mit 630 Flugstunden war er relativ unerfahren. Wie der stern erfuhr, gab es bei der Lufthansa intern Gerüchte, dass er mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte.

feh/dho/jbw/Reuters / Reuters