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Nach Germanwings-Absturz: Erste Airline schreibt zwei Personen im Cockpit vor

Nachdem der Co-Pilot den Germanwings-Absturz absichtlich herbeigeführt hat, hat eine erste Airline die Vorschrift eingeführt, dass niemand allein im Cockpit bleiben darf. Bei Lufthansa gilt das nicht.

Niemals alleine im Cockpit: Hätte das die Germanwings-Katastrophe verhindert?

Niemals alleine im Cockpit: Hätte das die Germanwings-Katastrophe verhindert?

Die Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle hat als erste europäische Airline Konsequenzen aus der Germanwings-Katastrophe gezogen. Angesichts des Ermittlungsstandes, wonach der Co-Pilot von Flug 4U9525 alleine im Cockpit war, als er sich entschloss, den Airbus 320 in den Seinkflug zu versetzen, hat die Airline ihre Regeln geändert: "Ab sofort müssen immer zwei Leute im Cockpit sein", sagte eine Sprecherin der norwegischen Fluglinie am Donnerstag. "Das bedeutet, dass wenn einer der Piloten das Cockpit verlässt, etwa um auf Toilette zu gehen, eines der Crewmitglieder ins Cockpit gehen muss."

Zuvor hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr während einer Pressekonferenz auf dem Flughafen Köln/Bonn bestätigt, dass es bei der deutschen Airline und der Tochtergesellschaft Germanwings keine Pflicht gebe, dass immer zwei Personen im Cockpit sein müssen. Eine solche Regel gebe es bisher nur bei wenigen Fluggesellschaften, bei den großen europäischen Airlines sei dies nicht üblich.

Spohr will über Verbesserung der Sicherheit sprechen

Vor dem Absturz der Germanwings-Maschine über Frankreich hatte der Kapitän der Maschine nach Erkenntnissen der Ermittler das Cockpit verlassen - möglicherweise um zur Toilette zu gehen, was nach dem Erreichen der Reiseflughöhe erlaubt sei - seinem Kollegen das Steuer überlassen. Danach konnte er nicht mehr durch die automatisch verriegelte Kabinentür zurück in das Cockpit gelangen.

Spohr versicherte, dass es bei der Lufthansa Gespräche geben werde, wie die Sicherheit an Bord weiter erhöht werden könne. Ob dazu auch gehören werde, dass künftig kein Pilot während des Fluges mehr allein im Cockpit bleiben dürfe, wollte Spohr nicht sagen. Der Lufthansa-Chef betonte, dass Sicherheit bei der deutschen Fluggesellschaft stets an höchster Stelle stehe und dies auch weiterhin tun werde.

dho/mit DPA/AFP / AFP