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Scharfe Schote auf Penis: Warum der Chili-Exhibitionist frei gesprochen wurde

Ein Nackter wälzt sich wie ein Tier vor Kindern und fasst sich immer wieder an sein bestes Stück - der Fall scheint klar vor Gericht. Doch eigentlich war es nur ein ziemlich schmerzhafter Unfall.

Scharf, schärfer, Chili-Schote: Kommt die Haut mir damit in Berührung, brennt es wie Feuer.

Scharf, schärfer, Chili-Schote: Kommt die Haut mir damit in Berührung, brennt es wie Feuer.

Die Szenerie muss grotesk gewesen sein: Auf einer Wiese am Dattelner Kanal in Nordrhein-Westfalen lag ein Mann mit heruntergelassenen Hosen, wälzte sich wie ein wildes Tier, fasste sich immer wieder an sein bestes Stück, während er schweißgebadet wimmerte. Die Mutter mit den zwei Kindern an der Hand, die dieses Schauspiel während eines Spaziergangs mitansehen musste, war geschockt. Richtig übel sei ihr geworden. "Ich als Mama hatte richtig Angst", zitieren die "Ruhr Nachrichten" die Frau. Sie rief sofort die Polizei.

Doch selbst die Beamten konnten den Mann nicht beruhigen. Der Fall landete vor Gericht. Die Anklage lautete: Sexuelle Handlungen vor Kindern. Ein juristischer Selbstläufer, so schien es. Doch nun wurde der Mann freigesprochen. Denn nicht sexueller Drang habe ihn veranlasst, sich so zu präsentieren - sondern unfassbare Schmerzen. Was war geschehen?

Eine unfassbare Geschichte

Die Geschichte, die der Angeklagte aus Castrop-Rauxel vor Gericht vorbringen wollte, hatte selbst seinen Anwalt überrascht. "Ich habe ihm gesagt: Na dann, versuchen sie ihr Glück", sagte Rechtsanwalt Jens Tuschhoff den "Ruhr Nachrichten".

Der Mann wollte an dem Abend Pizza backen - und hatte auch eine Tüte mit super-scharfen Chili-Schoten besorgt. Bevor es losging, habe er am Kanalufer noch ein, zwei Bier getrunken. Und auch die Chilis habe er probiert. Als er pinkeln musste, habe er plötzlich "fürcherliche Schermzen" verspürt, wie er sagte. Natürlich logisch: Die Schärfe der Chilis übertrug sich von seinen Händen auf jedes berührte Körperteil - und das brannte dann wie Feuer. "Ich hatte unglaubliche Schmerzen, wollte nur, dass das endlich aufhört", sagte der Mann.

Richterin beweist Humor

Das tat es auch, allerdings erst vier Stunden später. Solange musste der Mann nach eigenen Angaben die brennenden Schmerzen ertragen, die ihn in die schmwitzende, wälzende Lage am Kanalufer gebracht haben.

Die Amtsrichterin glaubte dem Angeklagten und sprach ihn frei - allerdings gab sie ihm noch einen Hinweis mit auf den Weg: "Sie sollten nicht mehr so scharfe Chilis essen."

kg
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