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Reaktionen aus Steinfeld: Entsetzen über Rattengift-Attacke

Das vergiftete Brötchen-Geschenk ist Stadtgespräch in Steinfeld. Die Menschen spekulieren darüber, wer hinter der Attacke stecken könnte. Ist Rache womöglich der Grund für die hinterhältige Tat?

Über das teuflische "Geschenk" eines Unbekannten an Mitarbeiter einer Firma im niedersächsischen Steinfeld kann Adil Gören nur den Kopf schütteln. "Wer macht denn so etwas?", fragt der Inhaber einer Pizzeria im Herzen des 9500-Einwohner-Ortes. "Das ist eine große Schweinerei!" Er hoffe, dass die Polizei den Täter schnell finde, sagt der Unternehmer. Irgendjemand hat Brötchen mit Rattengift präpariert und den Mitarbeitern eines Kunststoff verarbeitenden Betriebs zu essen gegeben.

Die Menschen im Ort sind empört über die Tat und rätseln über die Hintergründe. Am Dienstag lagen die belegten Brötchen in einem Karton vor einer Werktür. Darauf befand sich der Hinweis, dass die Brötchen ein Geschenk seien und gegessen werden könnten. 25 Mitarbeiter des Unternehmens dachten sich nichts Böses - und bissen zu. Später fiel aber jemandem auf, dass auf den Brötchen noch eine unbekannte Substanz war.

Einige Mitarbeiter suchten sicherheitshalber Krankenhäuser auf, die Polizei wurde verständigt. Sie stellten die restlichen Brötchen sicher und flogen sie zur Untersuchung nach Berlin. Das Resultat schockiert Mitarbeiter und Bürger: Bei der Substanz handelt es sich um Mäuse- und Rattengift. Die betroffenen Mitarbeiter bleiben erst einmal zur Beobachtung im Krankenhaus. Zunächst zeigten sie keine Vergiftungssymptome.

Tat eines gekündigten Mitarbeiters?

"Die ganze Stadt spricht darüber", sagt eine ältere Dame, die in einer Kneipe hinter dem Tresen steht. "Man fragt sich, wer tut so etwas?" Ihren Namen will sie nicht nennen. "Vielleicht ist jemandem gekündigt worden und der hat sich gerächt?", mutmaßt sie.

"Die Sache ist schon ziemlich hart", sagt Sergej Weber. Der 18 Jahre alte Auszubildende geht mit seinem 21 Jahre alten Freund Christoph Muhle durch den Ort. Muhle mutmaßt auch, es könnte sich um die Tat eines gekündigten Mitarbeiters handeln. "Vielleicht Rachegedanken, wer weiß?", sagt er.

Vor den Werkshallen herrscht am Mittwochmittag Ruhe. Rund 200 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. "Der Chef hat gesagt, wir dürfen nichts sagen", erklärt ein Mitarbeiter, der von einer Halle in eine andere läuft. Am Nachmittag wollte die Geschäftsführung eine Pressekonferenz geben. Währenddessen ermittelt die Polizei in alle Richtungen weiter.

"Man muss sich natürlich auch fragen, warum isst jemand irgendwo abgestellte Brötchen?", fragt sich Pizzeria-Besitzer Gören. Die Betreffenden seien wohl auch etwas naiv gewesen.

fle/Elmar Stephan/DPA / DPA
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