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Russland Pussy-Riot-Mitglied im Hungerstreik

Um die Teilnahme an einer Gerichtsverhandlung zu erzwingen, ist ein Mitglied der Punkband Pussy Riot in einen Hungerstreik getreten. Russland bringt derweil ein Blasphemiegesetz auf den Weg.

Ein inhaftiertes Mitglied der russischen Punkband Pussy Riot will mit einem Hungerstreik ihre persönliche Teilnahme an einer Gerichtsverhandlung erzwingen. In einer Videoschaltung mit einem Gericht in der Stadt Beresniki kündigte Maria Aljochina am Mittwoch an, sie werde in Hungerstreik gehen, bis sie persönlich an der Anhörung über ihren Antrag auf Haftaussetzung teilnehmen dürfe. Ihre Anwälte forderte sie auf, nicht weiter an der Anhörung teilzunehmen, wie russische Nachrichtenagenturen meldeten.

Die Bandmitglieder Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina waren im August wegen einer Protestaktion gegen Präsident Wladimir Putin in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Auch ihre Bandkollegin Jekaterina Samuzewitsch erhielt eine Haftstrafe, die später aber auf Bewährung ausgesetzt wurde.

Russland bringt Blasphemiegesetz voran

Als Reaktion auf den Protest der kremlkritischen Punkband Pussy Riot in einer orthodoxen Kirche stimmte die Staatsduma in Moskau am Dienstag mit deutlicher Mehrheit für ein umstrittenes Blasphemiegesetz, das bis zu drei Jahre Haft für Gotteslästerer vorsieht.

Angriffe auf orthodoxe Gläubige, Kirchen und Friedhöfe hätten seit dem Skandalauftritt von Pussy Riot im Februar 2012 zugenommen, sagte Michail Markelow von der Regierungspartei Geeintes Russland der Agentur Itar-Tass. Die Beleidigung religiöser Gefühle ist in Russland bislang eine Ordnungswidrigkeit. Kremlgegner sehen das Gesetz daher als weiteren Schritt, um Druck auf die Zivilgesellschaft auszuüben.

kmi/AFP/DPA DPA

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