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Schnee behindert Flugverkehr Tausende Passagiere sitzen in Terminals fest


Verschneite Landebahnen, gestresstes Personal und genervte Fluggäste sorgen für einen wenig besinnlichen vierten Advent in den Flughäfen von Frankfurt, London und Paris. Und ein Ende der Schneefälle ist nicht in Sicht.

Schnee und Eis halten die großen europäischen Flughäfen fest im Griff. Allein am Drehkreuz Frankfurt am Main wurden bereits am frühen Sonntagmorgen 450 von gut 1300 Flügen gestrichen, berichtete eine Flughafen-Sprecherin. In den Hallen warteten Hunderte Passagiere weiter auf ihren Abflug, eine genaue Zahl konnte die Sprecherin nicht nennen. "Die Flugpläne sind völlig durcheinander", sagte sie. "Von Entspannung kann man nicht reden, da wir weitere Schneefälle erwarten."

Die Aussichten sind derweil nicht günstig. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach warnte am Sonntag vor starkem Schneefall mit Schneeverwehungen in Teilen Nordrhein-Westfalens, Hessens und Rheinland-Pfalz. Die aktuelle Prognose: "Von Westen erneut aufkommender Schneefall mit Schneeverwehungen. Kalt."

Nichts geht mehr am Londoner Flughafen Heathrow

Besonders schwer getroffen ist der größte britische Flughafen in London-Heathrow. Weil auch dort für den Sonntag weitere Schneefälle vorausgesagt waren, bleibt Heathrow weitgehend lahmgelegt. Es wurden alle Landungen sowie die allermeisten Starts gestrichen. Ein Flughafensprecher hoffte zumindest, dass der Betrieb am Montag wieder normal laufen werde. Tausende Reisende mussten in Heathrow campieren. Sie schliefen in den Terminals teils unter Isolierfolien. Auch am zweitgrößten Londoner Flughafen Gatwick wurden erhebliche Behinderungen erwartet.

Auch auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle sorgten Schnee und Eis für zahlreiche Ausfälle und Verspätungen. Am Morgen seien alle vier Pisten für eine gute Stunde gesperrt gewesen, um Schnee zu räumen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Am frühen Vormittag waren zwei Start- und Landebahnen wieder benutzbar. Die Behörden empfahlen den Fluggesellschaften, ein Viertel der Flüge am Sonntag zu streichen. Am Samstag waren etwa 5000 Passagiere wegen des Winterwetters von London nach Paris umgeleitet worden. Mehrere Hundert von ihnen verbrachten die Nacht auf dem Flughafen.

Das Schneechaos zwang auch rund 4000 Passagiere zu einer unfreiwilligen Übernachtung in Brüssel. Viele kamen in Hotels in Flughafennähe unter. Doch 1500 Fernreisende nach Großbritannien, die wegen der Schließung der Londoner Flughäfen nach Brüssel umgeleitet wurden, mussten die Nacht im Transitbereich verbringen.

Ausfälle auch in München, Hamburg und Hannover

Auch der Flughafen in München hat nach zahlreichen Annullierungen in den vergangenen Stunden weiterhin mit dem Schnee zu kämpfen. Wegen der Räumungsarbeiten war der Betrieb bereits am Sonntagmorgen eingeschränkt, wie ein Sprecher des Flughafens erklärte. Rund 50 Flüge wurden gestrichen.

In Hamburg fielen 40 Flüge aus. Im Laufe des Tages werden noch mehr Ausfälle erwartet, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Vor allem die Flüge aus und zu den verschneiten Flughäfen von London, Paris, Amsterdam und Frankfurt wurden gestrichen.

Der Flughafen in Hannover-Langenhagen wurde am Sonntagmorgen für eine Stunde geschlossen, um die Landebahn vom Schnee zu befreien. Es gebe einige Verspätungen, aber kein Chaos oder Tumulte, sagte ein Sprecher.

mlr/DPA DPA

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