HOME

Zwei gemeinsame Kinder: Frau von Mann in Limburg mit Axt erschlagen: Das sind die Fakten – und das nur Gerüchte

Nach dem tödlichen Angriff auf einer 31-Jährige in Limburg ist das Entsetzen groß – und bei einigen offenbar auch die Bereitschaft, Gerüchte, Spekulationen, Lügen, und Schuldzuweisungen in die Welt zu setzen. Das ist bis jetzt zu der Tat bekannt.  

Beziehungstat in Limburg: Ehefrau angefahren und erschlagen

Ein Mann überfährt eine Frau und schlägt anschließend auf sie ein. Sie stirbt. Die Tat vom Freitagmorgen erschüttert die Stadt Limburg – wieder einmal. Schon vor knapp drei Wochen stand die Kreisstadt im Westen Hessen im Blickpunkt: Ein 32-Jähriger kaperte einen Lkw und fuhr damit in mehrere Autos, die an einer Ampel warteten. Neun Menschen wurden verletzt. Der Amokfahrer wurde festgenommen. Die Polizei geht nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. (Der stern berichtete).

Damals wie heute kursierten schon kurz nach den Vorfällen zahlreiche Gerüchte zum Täter und zu einem möglichen Hintergrund durch die sozialen Netzwerke – darunter teils hanebüchene Falschmeldungen und Anschuldigungen. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt (25. Oktober, 18 Uhr) zu dem tödlichen Angriff auf eine Frau in Limburg bekannt.

Polizei am Tatort in Limburg

Die Kriminalpolizei nahm nach der Bluttat die Spurensicherung am Tatort in Limburg auf

DPA

Angriff in Limburg – was wir wissen:

Laut Polizei war die 31-Jährige Frau gegen 8.25 Uhr zu Fuß auf dem Gehweg an der Limburger Weisersteinstraße unweit des Bahnhofs unterwegs. Zeugen sollen berichtet haben, dass ein Mann sie zunächst mit einem Audi angefahren habe, dann ausgestiegen sei und "mit einem Gegenstand" auf die Frau eingeschlagen habe, so die Ermittler. Später präzisierten sie, dass es sich dabei um eine Axt und ein Schlachtermesser gehandelt habe.

Das Opfer erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen. Verständigte Polizeibeamte nahmen den mutmaßlichen Täter noch an der Weisersteinstraße fest.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 34-jährigen Deutschen, wie die Polizei mitteilte. Zum genauen Tatmotiv machten die Ermittler noch keine Angaben, man gehe aufgrund der Umstände von einer Beziehungstat aus. Die 31-Jährige war laut Staatsanwaltschaft die Ehefrau des Mannes. Es gibt demnach zwei gemeinsame Kinder der beiden. Sie seien in Obhut des Jugendamtes genommen worden.

Laut Staatsanwaltschaft sollte der mutmaßliche Täter noch am Abend dem Haftrichter vorgeführt werden. Bisher mache der Mann von seinem Schweigerecht Gebrauch, sagte ein Sprecher am Nachmittag.

Das sind die Spekulationen zum Angriff in Limburg:

Zu den genauen Hintergründen des tödlichen Angriffs liegen noch keine gesicherten Informationen vor. Ein Zeuge, der die Tat beobachtet haben will, sagte RTL-Reportern, dass der Mann "Du gehst mir nicht mehr fremd!" gerufen haben soll. Bestätigt ist dies jedoch nicht. Ein Motiv, das in der Beziehung des Mannes zu der Frau liegt, wäre keine Ausnahme: Im Jahr 2017 wurden nach Zahlen des Bundeskriminalamtes 362 Menschen von ihrem (Ex-)Partner bzw. der (Ex-)Partnerin getötet, rund 80 Prozent davon waren Frauen. Doch letztendlich ist die genaue Suche nach dem Motiv Teil der Ermittlungen, die noch lange nicht abgeschlossen sind.

In den sozialen Netzwerken entbrannte nach der Tat – wie so oft – ein hitzige Diskussion über die Nationalität und Herkunft des Tatverdächtigen, offenkundig um damit angebliche Bezüge zur Migrationspolitik herstellen zu können. Wie bei rund 70 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen in Fällen tödliche Partnerschaftsgewalt handelt es sich auch bei dem in Limburg Festgenommenen um einen Deutschen. In einem Tweet weist das Polizeipräsidium Westhessen darauf hin, dass dies für das Verfahren jedoch keine Rolle spiele. 

Um die Hintergründe der Tat aufzuklären, bitten die Beamten Zeugen, sich zu melden oder Foto- oder Videoaufnahmen der Attacke an limburg@polizei-hinweise.de zu senden und diese nicht ins Internet hochzuladen. Gegen jeden, der entsprechende Sequenzen veröffentlicht oder teilt, werde die Polizei ein Strafverfahren wegen Gewaltdarstellung einleiten, warnt die Behörde vor einer möglichen Strafbarkeit.

Schon bei der Unfallfahrt mit dem Lkw Anfang Oktober musste sich das Polizeipräsidium Westhessen mit zahlreichen Gerüchten und Anschuldigungen auseinandersetzen. Wie das Social-Media-Team der Behörde damit umgegangen ist, hat ein Sprecher seinerzeit dem stern berichtet.

Quellen: Polizeipräsidium Westhessen, Polizeipräsidium Westhessen bei TwitterBundeskriminalamt, Nachrichtenagentur DPA