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Vorwurf unrechtmäßiger Polizeigewalt Polizist tritt in Meschede Obdachlose samt Fahrrad um: "Schwerer Verstoß gegen Menschenwürde"

Polizeieinsatz in Meschede
Das Verhalten des Polizeibeamten in Meschede rief in den sozialen Netzwerken scharfe Kritik hervor
© Friso Gentsch / DPA, Screenshot / Twitter / PolizeiGrün / palettenjunge
Ein Polizist tritt eine Frau samt Fahrrad um – ohne erkennbaren Grund. Nach einem Fall mutmaßlich rechtswidriger Polizeigewalt in Meschede laufen Ermittlungen gegen den Beamten.

In Nordrhein-Westfalen Polizei ermittelt die Polizei in einem Fall mutmaßlich rechtswidriger Polizeigewalt in Meschede (Hochsauerlandkreis). Anlass ist eine im Internet verbreitete Videoaufnahme eines Zeugen des Vorfalls. Sie zeigt, wie ein Polizeibeamter mehrfach gegen ein Fahrrad tritt und damit eine Frau zu Fall bringt, die gegen das Rad gelehnt war.

Vorgehen des Polizeibeamten sorgt für Empörung

Die 54-Jährige sei dabei nicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Gleichwohl ist die Empörung über das Verhalten des Polizisten groß. In sozialen Netzwerken wird ihm "entwürdigendes" und "unmenschliches" Verhalten vorgeworfen, von "Machtmissbrauch" ist die Rede. "Ein solches Verhalten ist durch nichts zu entschuldigen. Es ist ein schwerer Verstoß gegen die Menschenwürde", schrieb beispielsweise der Kriminologe und Menschenrechtler Thomas Müller im Namen der Berufsvereinigung "PolizeiGrün" bei Twitter.

Die Pressestelle der örtlich zuständigen Kreispolizeibehörde des Hochsauerlandkreises erklärte, das Einschreiten des Beamten wirke "unprofessionell".

Der betreffende Polizist sei identifiziert worden, sagte ein Sprecher dem stern. Er sei bei dem Vorfall alleine mit seinem Streifenwagen unterwegs gewesen und übe weiterhin seinen Dienst aus.

Dem Beamten sei "auf seiner Streifenfahrt eine Fahrradfahrerin" aufgefallen, schilderte die Polizei den Verlauf der Situation vom Mittwochmittag. "Diese lag auf dem stehenden Fahrrad. Trotz mehrfacher Ansprache reagierte die polizeibekannte Frau nicht." 

Bei dem Opfer handele es sich um eine stadtbekannte Frau ohne festen Wohnsitz. Sie sei bereits aktenkundig, weil sie in der Vergangenheit unter anderem mehrfach Beamte angegriffen habe, erläuterte der Sprecher. Ein Angriff der Frau ist in der Videosequenz nicht zu sehen – vielmehr wirkt sie auf den Betrachter hilfsbedürftig.

Zu den Hintergründen in dem Fall ermittelt nun aus Neutralitätsgründen die Dortmunder Polizei.

Quellen: Video, PolizeiGrün, Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis


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