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Südkorea: Mann gesteht 14 Frauenmorde und muss dafür trotzdem nicht vor Gericht

In Südkorea ist eine jahrzehntealte Mordserie endgültig aufgeklärt worden. Ein Mann hat laut Medienberichten Vergewaltigungen und Morde gestanden. Allerdings wird er sich für diese Taten nicht mehr vor Gericht verantworten müssen.

Auf einem Schwarz-weiß-Foto stehen koreanische Ermittler an einem Wassergraben und untersuchen den Tatort

Im Juli 1993 untersuchen Polizisten den Tatort einer Vergewaltigung und Ermordung einer Frau in Hwaseong, die später dem Serienmörder zugeschrieben werden konnte

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Ein Mann in Südkorea hat 14 Morde gestanden und damit eine jahrzehntealte Mordserie aufgeklärt. Das berichten mehrere Medien, darunter CNN. Zwischen 1986 und 1991 waren im südwestlich von Seoul gelegenen Hwaseong zehn Frauen vergewaltigt und ermordet worden. Mitte September hatte die Polizei in dem Fall einen Verdächtigen durch DNA-Analyse identifiziert. Dieser hat nun nicht nur diese sondern noch weitere Morde gestanden. 

Dank moderner Forensik war es Polizeiangaben zufolge vorher gelungen, den Mann mit mindestens drei Fällen der damals Mordserie in Verbindung zu bringen. Der Verdacht habe sich ergeben, als Spurenmaterial an der Unterwäsche eines der Opfer mit der DNA des Mannes übereingestimmt habe. Bei ersten Vernehmungen habe er die Mordvorwürfe zunächst zurückgewiesen. Nun ist er laut CNN geständig.

Mordserie in Südkorea ist 2006 verjährt

Vor Gericht muss der Mann aber nicht. Die Morde sind den Berichten zufolge nach südkoreanischem Recht verjährt. Die Frist für die Aufklärung des letzten Opfers sei 2006 abgelaufen, also nach 15 Jahren. Frei herumlaufen wird aber der Serienmörder trotzdem nicht. Kurz nach der Mordserie hatte er damals nämlich laut CNN seine Schwägerin vergewaltigt und ermordet. 1994 sei er wegen dieser Tat zu lebenslanger Haft verurteilt worden und sitze auch heute noch im Gefängnis.

Collage: Junges, braunhaariges Mädchen; Zigarettenstummel

"Ich bringe mein tiefstes Bedauern gegenüber den Opfern und ihren Familien sowie der koreanischen Öffentlichkeit zum Ausdruck, dass wir lange Zeit nicht in der Lage waren, diesen Fall zu lösen", sagte Ban Gi Soo von der Polizei der Provinz Gyeonggi Nambu. "Wir werden unser Bestes tun, um angesichts der Verantwortung vor der Geschichte die Wahrheit zu enthüllen."

Mehr als 20.000 Verdächtige

Laut "Herald" wurden im Verlauf der Jahre insgesamt mehr als 21.000 Männer als Verdächtige behandelt. Das jüngste Opfer war damals Teenager, das älteste über 70 Jahre. Die "Hwaseong-Morde" hatten den südkoreanischen Regisseur Bong Joon Ho zu seinem 2003 erschienenen Kriminalfilm "Memories of Murder" (Erinnerungen eines Mords) inspiriert.

Quellen: CNN, KBS, "The Korea Herald", DPA, AFP.

tkr