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Suzanne Eaton: Dresdner Forscherin auf Kreta ermordet? Medien berichten neue Details

Nach einer Woche vergeblicher Suche ist die Leiche der Dresdner Wissenschaftlerin Suzanne Eaton in einer Höhle auf Kreta gefunden worden. Vieles deutet darauf hin, dass sie keines natürlichen Todes gestorben ist.

Eine Frau mit schmaler Brille und schulterlangen Haaren steht mit nach links geneigtem Kopf vor einem Bücherregal

Nach einer Woche Suche ist Suzanne Eaton tot in einer Höhle auf Kreta gefunden worden

DPA

Ihre Leiche lag in einer Höhle. Hinter einer Holzpalette. So heißt es aus Polizeikreisen. Hat jemand versucht, den Leichnam der Dresdner Wissenschaftlerin Suzanne Eaton zu verstecken? Anderen Berichten zufolge könnte die Frau in einen Schacht gefallen oder hineingeworfen sein, der zur Belüftung für dieses Munitionsdepot gedient haben soll. Die Polizei bestätigt lediglich, dass eine Sonderkommission extra aus Athen nach Kreta gereist ist. Gerichtsmediziner untersuchen die Leiche. Die griechischen Behörden schließen ein Verbrechen nicht aus, berichten übereinstimmend staatliche und private Medien in Griechenland.

Nach Angaben von Eatons Forschungseinrichtung laufen Mord-Ermittlungen auf der griechischen Insel. "Auf Kreta hat die Polizei Ermittlungen wegen Mordes eingeleitet und umfassende Maßnahmen ergriffen, um die verantwortliche(n) Person(en) zur Rechenschaft zu ziehen", steht in einer Mitteilung des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden vom Mittwochabend. Eine offizielle Bestätigung der Behörden lag bis Mittwochabend nicht vor. 

Wie das Nachrichtenportal der Zeitung "Protothema" am Mittwoch berichtete, hätten die Gerichtsmediziner nach einer ersten Obduktion keine Wunden entdeckt, die durch Schüsse oder Stiche entstanden sein könnten. Aus diesem Grund seien weitere Untersuchungen notwendig.

Leiche von Suzanne Eaton entdeckt

Die Leiche der gebürtigen US-Amerikanerin Suzanne Eaton war am Montagabend gefunden worden. Die "Bild" berichtet unter Berufung auf eine hochrangige Polizeibeamtin, die Tote sei in ein Tuch gewickelt gewesen und habe mit dem Gesicht nach unten in der Grotte gelegen.

Eaton hatte an einem Expertentreffen in der kleinen Hafenstadt Kolymbari teilgenommen und war am 4. Juli zu einer Wanderung aufgebrochen, von der sie nicht wieder zurückkehrte. Wanderer fanden die Leiche in einer kleinen Grotte nahe der Ortschaft Maleme rund zehn Kilometer westlich von Kolymbari. Die Grotte war während des Zweiten Weltkrieges zu einer Art Depot für Munition und Waffen durch die Deutsche Wehrmacht ausgebaut worden, die die Insel damals besetzt hatte. Die Tunnel darin glichen einem Labyrinth, berichteten Augenzeugen im Rundfunk.

Was aber ist ihr am 4. Juli passiert? Laut "Bild" geht die Polizei zunächst zwei Theorien nach:

  • Eaton ist beim Joggen von einem Auto erfasst worden und die Fahrerin oder der Fahrer wollte ihre Leiche verschwinden lassen.
  • Eaton wurde verschleppt und ermordet und ihre Leiche anschließend in der Höhle versteckt.

Freunde starteten Suchaktion nach Eaton

Besorgte Freunde und Kollegen schrieben kurz nach ihrem Verschwinden im Internet, dass die 59-Jährige zum Laufen oder Wandern in die Berge aufgebrochen war. Ihr Handy habe sie im Hotel gelassen. Via Facebook baten sie um Hinweise und richteten eine Plattform ein, auf der Material von Überwachungskameras hochgeladen werden konnte - in der Hoffnung, die Forscherin auf den Aufzeichnungen zu entdecken. Sie organisierten auch eine Suchaktion mit Freiwilligen. Doch die Suche blieb vergebens - bis Montagabend.

Eaton stammte aus Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien. Sie hatte im Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) gearbeitet. Im Gründungsjahr des MPI-CBG kam sie nach Dresden, wo ihr Mann einer der Direktoren ist. Mit ihrem Team erforschte sie an Fruchtfliegen, wie Zellen miteinander kommunizieren, um Gewebe einer bestimmten Größe und Form zu bilden.

Quellen: AP, DPA, Mitteilung des Max-Planck-Instituts zum Tode Eatons, Bild.

tkr mit / DPA / AP